Dass sich SPD und Linke bei Wahlen so klar und deutlich gegenseitig Unterstützung zusichern, ist neu, aber nicht überraschend. Schon seit längerem fährt die SPD ihre Antennen wieder nach Links aus. Sie verbindet damit die Hoffnung, bei den Landtagswahlen 2016 endlich aus dem 20-Prozent-Loch zu kommen und die ewige Juniorrolle an der Seite einer dominierenden CDU loszuwerden. Die Kooperation auf Kreisebene ist ein gute Trainingsgelegenheit für die landespolitische Liga. Am Sonntag wird sich zeigen, wie die Wähler das finden. Insofern gehen von den Stichwahlen starke Signale für die Landespolitik aus.

Die Linken-Spitze formuliert ihre Absichten ganz offen. Die SPD-Spitze hält sich aus Rücksicht vor dem Koalitionspartner formell zurück. Die CDU weiß natürlich, was da läuft. Sie kann sich darüber ärgern, mehr kann sie nicht. Die CDU ist zwar die mit Abstand stärkste Kraft im Land - sie hat aber derzeit keinen starken alternativen Koalitionspartner.