Der Abgang von Eva-Lotta Sjöstedt bei Karstadt hätte ein leiser sein können. Er ist es nicht. Die Schwedin holt zu einem heftigen Schlag gegen Investor Nicolas Berggruen aus. Der Karstadt-Eigner hat sie in ihren Augen nicht ausreichend unterstützt.

Für die angeschlagene Warenhauskette ist das ein katastrophales Signal. Es macht deutlich, dass sich Berggruen mit seinem Investment völlig verkalkuliert hat. Sjöstedt hatte in den vergangenen fünf Monaten den schwersten Job im deutschen Einzelhandel. Unter ihren Mitarbeiterin galt sie als letzte Hoffnungsträgerin. Mit ihrem Abgang ist dieser Strohhalm verpufft.

Nicolas Berggruen steht nicht nur vor der Aufgabe, den Posten neu zu besetzen. Vielmehr braucht es von dem einst gefeierten Retter ein deutliches Zeichen. Berggruen, der bisher kaum eigenes Geld in Karstadt investiert hat, muss endlich Farbe bekennen und für eine vernünftige Zukunft der Warenhäuser sorgen.