Wenn nächsten Sonntag in zwei ostdeutschen Ländern neue Landtage gewählt werden, wird sich der Blick in erster Linie nach Thüringen richten. Legt man die derzeitigen Umfrage-Ergebnisse zugrunde, wird es eine Fortführung der Koalition von CDU und SPD oder ein rot-rot-grünes Bündnis geben.

Vor allem die letztere Variante elektrisiert derzeit die Parteizentralen. Denn Rot-Rot-Grün würde einen bundespolitischen Tabubruch bedeuten. In einem solchen Bündnis würde mit Bodo Ramelow erstmals ein Ministerpräsident von der Linken gewählt. Den Sozialdemokraten könnte in dieser Frage eine Zerreißprobe drohen.

Vor allem in Sachsen-Anhalt wird genau beobachtet, wie die Debatten im Nachbarland laufen. Hierzulande wird 2016 gewählt. Und die sozialdemokratische Spitzenfrau Katrin Budde lässt schon jetzt Präferenzen für eine Allianz mit den Linken erkennen. Rot-Rot-Grün in Thüringen - und dann noch mit einem linken Regierungschef - würde ihr in die Karten spielen.