Mountain View (dpa) l Google hat sein selbstfahrendes Auto nach eigenen Angaben zu einem straßentauglichen Testfahrzeug ausgebaut. Die neue Version bekam unter anderem provisorische Steuermöglichkeiten für die Fahrer, gab der Internet-Konzern bekannt.

Google will damit nun im Norden seines Heimatstaats Kalifornien (USA) herumfahren. Das Unternehmen plant eigentlich ein Auto ohne Lenkrad und Pedale, das nur vom Computer gesteuert wird. Allerdings schreiben die Gesetze vor, dass in einem selbstfahrenden Wagen jederzeit ein Mensch die Kontrolle übernehmen können muss. Im Mai hatte Google einen ersten Prototypen vorgestellt, der unter anderem noch Aufkleber anstelle von Scheinwerfern hatte.

Das Fahrzeug sieht äußerlich weiterhin aus wie eine Mischung aus einem Smart und einem Spielzeugmobil für Kinder. Der Radar-Aufsatz auf dem Dach erinnert an ein Blaulicht. Für die neue Version seien klassische Auto-Komponenten wie Fahrwerk-Teile verbessert worden, aber auch die Computersysteme, erklärte Google. Der Konzern hatte zuvor eingeräumt, dass unter anderem Regen noch ein großes Problem für die Fahrzeuge darstelle.

Sensoren erweitern Fahrassistenz-Systeme

Projektleiter Chris Urmson hatte in einem Interview des "Wall Street Journal" gesagt, Google sei auf der Suche nach Partnerschaften in der Autoindustrie: "Wir wollen nicht unbedingt ein Autohersteller werden." Google testet seine Technik seit rund fünf Jahren in umgebauten Serien-Fahrzeugen von Marken wie Toyota und Lexus.

Auch Autoentwickler und Zulieferer investieren in die Automatisierung von Autos. So sollen bestehende Fahrassistenz-Systeme mit Hilfe von Sensoren ausgebaut werden. Daimler und Audi stellten bereits eigene Forschungsversionen von selbstfahrenden Fahrzeugen vor. Daimler ließ im Sommer 2013 ein Forschungsfahrzeug autonom von Mannheim nach Pforzheim fahren.