Ein neues Trauzimmer soll am Gommeraner Standesamt entstehen. Es soll ein passendes Ambiente für jene bieten, die sich nur am Schreibtisch ehelichen wollen. Zudem soll es indirekt die Stadtkasse aufbessern.

Gommern l Neben dem Gommeraner Standesamt entsteht ein neues Trauzimmer. Es ist barrierefei und soll ab April benutzbar sein. "Meine Kollegin Marion Neumann und ich werden vermehrt gebeten, doch direkt am Schreibtisch zu trauen", erklärte Standesbeamtin Karla Voigt. Immer mehr Paare wollen keine große Zeremonie sondern sich schlicht zusammenschreiben lassen. "Unser Büro ist aber nicht passend", erklärte die Standebeamtin. Schließlich sieht auch das Büro einer Standesbeamtin aus wie jedes andere auch. Dort dominiert Pragmatismus: Ordner, Akten, Locher und Klebezettel eben. "Kein schönes Ambiente für eine Trauung", findet sie.

"Natürlich trauen wir Paare auch am Schreibtisch", fügte sie an. Wenn alle Bedingungen erfüllt seien, müssen die Standesbeamten die Trauung vornehmen. "Zu den Bedingungen zählt übrigens auch, dass die Trauung während der Öffnungszeiten des Standesamtes stattfinden", schob sie ein. "Sonnabends ist laut Gesetz nur in Ausnahmefällen gestattet", machte Karla Voigt aufmerksam. Das Gros der Trauungen findet natürlich an einem Sonnabend statt, ergänzte sie.

Um nun auch der schlichten Trauung am Schreibtisch einen gewissen Rahmen zu geben, wird nun im Nebenraum des Standesamtes ein kleines Trauzimmer eingerichtet. Dort wird ein Schreibtisch stehen und Stühle für nicht ganz zehn Personen Platz finden. Bislang befand sich ein Teil der Ausstellung Zeitzeugen dort. Die Ausstellung wurde nun in einem Raum zusammengefügt.

Rund 2000 Euro fließen in die Ausgestaltung des Raumes, hatte Bürgermeister Jens Hünerbein erklärt. Diese seien durch Minderausgaben an anderen Positionen zusammengetragen wurden.

Im April soll die erste Trauung im neuen Trauzimmer - das übrigens als einziges barrierefrei zugänglich ist - möglich sein. "Noch fehlt der Tisch, Gardinen und eine Faltwand", weiß die Standesbeamtin.

Wenn das Zimmer verfügbar ist, sollen für Trauungen in der Wasserburg Gommern und im Schloss Leitzkau höhere Gebühren gelten. So steht es im Konsolidierungsplan. Rund 70 Euro mehr kosten die Traunungen dann in den beiden Außenstellen, schließlich werde dort auch mehr geboten, so die Begründung.

Die Mehreinnahmen kommen der Stadtkasse zugute. Dennoch werden auch in Zukunft die meisten Trauungen in der Burg oder im Schloss stattfinden, ist sich Karla Voigt sicher.

"Die beiden Außenstellen haben ein ganz anderes Ambiente. Beide Traumzimmer sind zudem um etliches größer", erklärte sie. 106 Ehen und eine Lebenspartnerschaft wurden in Gommern 2013 geschlossen.

33 Paare kamen aus der Einheitsgemeinde, 73 stammten von außerhalb. 54 Mal heiraten Paare an einem Sonnabend.