Baufahrzeuge und frischen Asphalt wird es auf den Straßen des Landkreises und der Gemeinden im kommenden Jahr nur wenig geben. Mit nur 1,5 Millionen Euro Fördergeld lässt sich nicht viel bewegen.

Burg/Genthin/Redekin l Glück gehabt! Anlieger der Redekiner Liebknecht-Straße freuen sich in diesen Tagen über den schnellen Fortschritt der Straßenbau-Arbeiten vor ihrer Haustür. Jahrelang hatten die Einwohner um Alfred Magnus um diese Sanierung gekämpft. Die Kopfsteinpflaster-Holperpiste stand im vergangenen Jahr auf Platz eins der Prioritätenliste des Landkreises. Nach Informationen des Landkreises werden die eigentlichen Straßenbauarbeiten noch in diesem Jahr fertig - im nächsten folgen dann nur noch die Nebenarbeiten. Die Gesamtkosten liegen bei etwa einer Million Euro.

Eben jene Prioritätenliste ist unterdessen nicht mehr das Papier wert, auf das sie geschrieben steht. Die Fördermodalitäten des Landes ändern sich ab Januar gravierend. Für sämtliche Kreis- und Gemeindestraßen sowie Brücken im Jerichower Land schüttet die CDU/SPD-Landesregierung pro Jahr nur noch 1,5 Millionen Euro Fördergeld aus. Rechnet man einen 20-prozentigen Eigenanteil hinzu, können also 1,8 Millionen Euro in solche Investitionen fließen. "Wenn wir uns vor Augen halten, was allein ein Kilometer Radweg kostet, kann sich jeder ausrechnen, dass man mit dem Geld nicht viel bewegen kann", sagte Horst Leiste (SPD) aus Genthin am Montag im Bauausschuss des Kreistages.

Trotz der drastisch gesunkenen Fördergeld-Zuweisung sieht Landrat Steffen Burchhardt (SPD) einen Vorteil in den neuen Regularien: "Jetzt fließt das Geld nicht erst im Herbst, sondern sehr viel früher. Das heißt, wir können zeitiger beginnen zu bauen. Und wir können deshalb auch bessere Preise mit den Baufirmen aushandeln."

Landkreis und die acht Kommunen des Jerichower Landes sollen jetzt eine gemeinsame Prioritätenliste für den Straßenbau erarbeiten. Horst Leiste: "Niemandem ist geholfen, wenn wir dieses Geld über viele kleine Maßnahmen verkleckern. Stattdessen sollten wir damit ein großes Projekt anpacken."

Ziemlich trübe sieht es zwischen Altenklitsche und Ziepel in punkto Brücken aus. Viele Bauwerke sind alt und verschlissen. Als einsturzgefährdet bezeichnete Kreisvorstand Bernd Girke in der vorherigen Zusammenkunft des Bauausschusses eine Brücke über den Parchener Bach in Genthin am Ortsausgang in Richtung Bergzow sowie die Brücke am Ortseingang von Detershagen bei Burg. Veranschlagt sind im Haushalt des Kreises für nächstes Jahr 340000 Euro für Detershagen und eine halbe Million Euro für Genthin. Noch keine Beträge gibt es für den Neubau der Brücken in Königsborn und Schlagenthin, obwohl der Zustand ähnlich ist.

In diesem Plan verankert sind unterdessen die Kosten von 500000 Euro für sie Sanierung der Friedensauer Straße in Grabow. Eine weitere Position auf der Liste ist die Ortsdurchfahrt Klein Mangelsdorf. 650000 Euro sind für 2015 eingeplant. Ob diese Investition auch realisiert wird, steht noch in den Sternen. Das gilt wohl auch für die grausige Ortsdurchfahrt in Bergzow. Entsprechen dem Finanzplan des Landkreises sollen ab 2016 insgesamt 780000 Euro fließen. Die leidgeprüften Bergzower sowie die Pendler zwischen Parey und Genthin sehnen die Bauarbeiten seit Jahren herbei.

In der Finanzplanung finden sich auch Straßenbau-Ausgaben für Projekte in Rosian (650000 Euro), der Schartauer Stietzelstraße (780000), der Ortsdurchfahrt in Lüttgenziatz (300000) sowie für die Außenanlagen der Burger Bahnhofstraße in Höhe von 150000 Euro.

Mehrere Schulhöfe werden nächstes Jahr modernisiert

Unterdessen wird in den kommenden Jahren sehr viel Geld in die Schulen des Landkreises fließen. Eines der größten Projekte ist die Neuanlage des Schulhofes am Burger Roland-Gymnasium, der seit vielen Jahren in einem bedauerlichen Zustand ist. In die Schulhofumgestaltung sollen 700000 Euro fließen. Eine Alarmanlage soll 75000 Euro kosten. Hinzu kommt der Kauf des benachbarten Parkplatzes für 230000 Euro. Das Grundstück gehört teilweise der Stadt und einer Erbengemeinschaft. Landrat Burchhardt: "Seit Jahren bemüht sich der Landkreis um eine gütliche Einigung."

Nach langer Wartezeit soll auch eine erhebliche Summe in die Sanierung des GenthinerGymnasiums investiert werden. Ab nächstes Jahr sollen Schulhof (220000 Euro) und Gebäude (vier Millionen) saniert werden. Entstehen werden unter anderem ein Speiseraum (1,5 Millionen) und ein Aufzug (150000).

Auch der Beton-Schulhof in Parchen soll umfassend umgestaltet werden. Nach der Fusion der Parchener LB-Schule mit der Burger Lindenschule sind die Schulgebäude entsprechend den neuen Anforderungen umgestaltet worden. Das Schulhof-Projekt soll eine Viertelmillion Euro kosten. Das Gebäude ist 1980 als zehnklassige Herrmann-Matern-Schule für Kinder und Jugendliche aus Parchen und Bergzow eingeweiht worden. Auch die Sporthalle soll ab nächsten Jahr modernisiert werden. Eingeplant sind dafür 820000 Euro in den kommenden drei Jahren.

Nachdem die Sekundarschule Möser intensiv modernisiert wurde, stehen dort noch zwei Projekte an: Der Ausbau eines Speiseraums für 1,7 Million Euro und die Sanierung der Außenanlagen (150000 Euro).

Noch eine Schulhofsanierung steht an, nämlich in der Burger Diesterwegschule. 210000 Euro sind dafür vorgesehen. Hinzu kommt dort die Errichtung eines Aufzugs (125000 Euro).

Bilder