Heyrothsberge (tra) l Mit ungewöhnlichen, sicher auch streitbaren Fotos, verfolgen der Burger Fotograf René Schrader, der bei der Lebenshilfe arbeitet, und der Journalist und Fotograf Christian Luckau aus Lostau im Gebäude der Biederitzer Gemeindeverwaltung ein außergewöhnliches Ziel: Sie wollen die Sinne des Betrachters schärfen und die Frage provozieren, ob das, was auf Fotos zu sehen ist, wirklich der Realität entspricht.

Bekannt ist die außergewöhnliche Kraft, die Bilder entfalten können. Doch Bilder können auch gefährlich sein. Ist ihr Inhalt dermaßen technisch manipuliert, dass ihr eigentlicher Inhalt ins Gegenteil umschlägt, kann vom gewohnten Verlass auf das Bild vor den Augen nicht mehr die Rede sein.

Zum genauen Hinschauen regen die neu gemachten Fotos auf der Flurwand allemal an. Jeder wird dazu seine Gedanken haben. Neben der Möglichkeit, Bilder zu manipulieren, gibt es auch noch den Aspekt, dass Fotos unterschiedlich interpretiert werden. Ein Foto zeigt zum Beispiel einen NVA-Soldaten mit Atemschutz und einem Bild Erich Honeckers unter dem Arm in einem Treppenhaus. Will er es stehlen, oder will er es retten?

Allen Bildern ist jedoch gleich, dass sie zumindest einen "eingebauten" Fehler haben. Den zu finden, also die Manipulation zu erkennen, ist die Aufgabe dieses Projektes für den Betrachter.

Warum gerade Fotos vorwiegend von NVA-Soldaten und Grenzern? Luckau: "Wegen des Jahrestages des Mauerfalls und zum Wecken der Aufmerksamkeit für die Projektabsicht."