Biederitz l Es sind persönliche Gründe, sagt Ronald Schmidt. Der 51-Jährige gibt die Wehrleitung der Biederitzer Feuerwehr ab. Gemeindewehrleiter Carsten Kiwitt erfuhr bei der letzten Versammlung am 2. Januar von dem Gesuch: "Seine Bekanntgabe klang ehrlich und emotional."

Im April 2011 hatte Ronald Schmidt die Ortswehrleitung übernommen. Als Jugendwart hatte er sich zwölf Jahre lang engagiert. Insgesamt 58 Kameraden im Einsatzdienst hat die Biederitzer Ortswehr. Für ihre Leitung gibt "es viele junge Kameraden, die in Frage kommen", sagt Schmidt. Er wünscht sich einen Nachfolger, der das Amt für längere Zeit ausüben könnte. "Die Kluft zwischen den Jungen und Alten ist bei uns mittlerweile so groß geworden. Es wäre schön, wenn jemand von den Jüngeren nachrückt", sagt er. Es gibt viele 25- bis 30-jährige Kameraden, die Schmidt zu der jungen Generation der Wehr zählt.

Gemeindewehrleiter Kiwitt bestätigt, dass Biederitz eine relativ junge Wehr ist. Er wünscht sich jedoch einen älteren Kameraden als Wehrleiter, damit die Verantwortung aufgeteilt ist.

Nachfolger könnte laut Ronald Schmidt Stephen Metscher werden. Er ist nach Schmidts Rücktritt kommissarisch als Ortswehrleiter eingesetzt. Der 32-Jährige, der seit Februar 2012 stellvertretender Ortswehrleiter in Biederitz ist, arbeitet als Berufsfeuerwehrmann in Magdeburg. Der Sohn des Kreisbrandmeisters Wolfgang Metscher war "fassungslos" über den Rücktritt des Kameraden. "Das wusste keiner", sagt Stephen Metscher. Über eine Kandidatur möchte der Biederitzer nicht nachdenken. "Dafür ist es zu früh", äußert er sich auf Volksstimme-Nachfrage.

Bei der Leitungssitzung am heutigen Dienstagabend soll über die Nachfolge von Ronald Schmidt gesprochen werden. "Am Dienstag schon Kandidaten zu bestimmen, wäre zu zeitig. Wir wollen schauen, wer die Qualifizierung hat. Dann muss man auch ein oder zwei Nächte darüber schlafen können", erklärt Metscher.

Bei der Jahreshauptversammlung im Februar könnte in geheimer Wahl über den Ortswehrleiter von Biederitz entschieden werden. "Das wird aber knapp", meint Kiwitt. Die Fristen müssen eingehalten werden, wenn für eine Wahl alle Mitglieder rechtzeitig geladen werden sollen, erklärt er. "Vorher müssen wir gemeinsam die Kandidaten finden."