Jävenitz l "Da hat unser 50-Meter-Maßband, das wir ausgerollt hatten, nicht mal gereicht", erzählte der Jävenitzer Sven Kozisnik erstaunt. Mit allerhöchstens 20 Metern hatten die Organisatoren um den Jävenitzer Ortswehrleiter Andreas Kuschfeldt gerechnet. Aber Überraschungen gebe es beim Orientierungsmarsch, der am Sonnabend zum neunten Mal in Jävenitz stattfand, in jedem Jahr. Mit 89 Metern hatten die Gardeleger Kameraden in die Gesichtern der weiteren zehn Teams staunende Blicke gezaubert. Denn nach rund vier Stunden Marsch hatten die Hansestädter ein 89 Meter langes Seil aus Naturmaterialien zusammengebastelt. Damit hatten sie mit Abstand die Sonderaufgabe erfüllt.

Bestes Spiel hatten sich die Kassiecker ausgedacht

Für den Gesamtsieg der Gardeleger, wie im vergangenen Jahr, hatte es allerdings in diesem Jahr nicht gereicht. Sie mussten den großen Wanderpokal an die Gastgeber abgeben. Die hatten an den elf Stationen, die auf der Strecke waren, die meisten Punkte abgesahnt. Doch von Schiebung oder davon, dass sie als Gastgeber doch von den Spielen gewusst hätten, kann niemand sprechen. Denn beim Jävenitzer Orientierungsmarsch ist es so, dass sich jedes teilnehmende Team ein Spiel ausdenkt. Und dabei kamen tolle Spiele, die in Stationsform auf der rund acht Kilometer langen Strecke aufgebaut waren, heraus.

Zielgenauigkeit mussten die Teilnehmer zum Beispiel an der Station der Kloster Neuendorfer beweisen. Dort nämlich hatten die Kameraden drei lange Nägel und einen Hammer bereitgestellt. Und jeder aus dem Team hatte nur einen Schlag für jeden Nagel. Am Ende wurde gemessen, wie weit die Nägel noch aus dem Holzklotz schauen. An der Station der Hottendorfer waren Kraft und ein bisschen Geschicklichkeit gefragt. Die Frauen und Männer mussten Bierkästen waagerecht stapeln. Und dabei durfte nur ein Kamerad die Kästen gegen die Platte drücken, die anderen Teammitglieder steckten die einzelnen Kästen nach.

Mit dem Strohhalm Erbsen ansagen

Einen langen Atem brauchten die Teams bei der Station der Mannschaft aus Lehre, der Partnerwehr der Jävenitzer. Mit einem Strohhalm mussten sie eine Erbse ansaugen und diese an die Teampartner weitergeben. Das beste Spiel hatten, wie auch im vergangenen Jahr, die Kassiecker. An ihrer Station wurde es etwas nass. Denn Wassertransport stand auf dem Plan.

Unterwegs mussten die Mannschaften nicht nur die Stationen finden - die eine oder andere Mannschaft hatte sich gleich mehrmals auf dem Kurs verlaufen - sondern auch das Wissen der Kameraden war gefragt. Nicht nur aus dem Feuerwehrbereich, auch Rechenaufgaben mussten gelöst werden, und Länder mit ihren Hauptstädten sollten den Flaggen zugeordnet werden. Am Ende gewannen die Gastgeber - die Freude über den Pokal war groß.

 

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