Zielgruppenbeteiligung: So heißt das Zauberwort, wenn es um das neue Konzept für die Arbeit im Kalbenser Freizeitzentrum "Kroko" geht. Dessen Team hatte am Wochenende Jugendliche und weitere Gäste zur Diskussionsrunde in das Kulturhaus eingeladen.

Kalbe l Das Jugendfreizeitzentrum "Kroko" zieht Ende des Jahres ins alte Schulhaus an der Westpromenade um. Und dann sollen sich nicht nur die Räumlichkeiten ändern, sondern auch die Konzeption. Schließlich soll die mobile Jugendarbeit, um die sich das "Kroko"-Team seit Jahren mit kümmert, weiter ausgebaut und zentralisiert werden.

"Wir haben gesehen, dass die Jugendlichen da richtig Lust drauf haben", sagte Kalbes Ortsbürgermeister Mirko Wolff am Rande einer Runde, die am Wochenende im Kulturhaus stattfand. Dorthin hatten das "Kroko"-Team und die Arbeiterwohlfahrt (Awo) als Trägerin der Jugendeinrichtung eingeladen, um die künftige Konzeption zu diskutieren und um sich sowohl von den Jugendlichen als auch von anderen Profis Anregungen zu holen.

Ein solcher Profi ist Pfarrer Bernd Schulz. Er ist Supervisor in der Deutschen Gesellschaft für Pastoralpsychologie und hat bis vor wenigen Jahren das Landjugendzentrum in Kusey geleitet. In Kalbe fungierte er als Coach. Denn es wurden während der Diskussionsrunde auch mehrere Arbeitsgruppen gebildet, die sich unter der großen Überschrift "Stirbt die Jugendarbeit aus?" mit verschiedenen Themen beschäftigten.

"Die Runde hat uns viel Input gegeben."

"Kroko"-Leiter Volkmar Erl

Dass in der Region tatsächlich um den Fortbestand der Jugendarbeit gekämpft werden muss, zeigt das Beispiel des "Kroko" am besten. Jedes Jahr aufs Neue müssen dafür kommunale Zuschüsse beantragt und letztlich genehmigt werden. Das Land, das die Arbeit in der Einrichtung bislang über ein Feststellenprogramm fördere, wolle sich künftig mehr und mehr zurückziehen. "Das bedeutet: Der Landkreis und die Kommune werden dann noch stärker in die Pflicht genommen", wie Mirko Wolff erklärte.

Dass es aber auch in Zukunft Bedarf für Jugendarbeit gibt, zeigt eine Karte, die "Kroko"-Leiter Volkmar Erl und seine Kollegin Daniela Kohl auf der Basis von Zahlen aus der Stadtverwaltung erstellt haben. Darauf ist zu sehen, wo in der Einheitsgemeinde wie viele Jugendliche im Alter zwischen 11 und 24 Jahren leben und wo somit noch stärker als bislang Präsenz gezeigt werden sollte.

"Die Runde hier hat uns jedenfalls sehr viel Input gegeben", sagte Volkmar Erl im Anschluss an die Veranstaltung. Nun sollen die Ergebnisse ausgewertet und bis zum 4. Juli in die neue "Kroko"-Konzeption eingebaut werden.