Die Kakerbecker Agrargenossenschaft will mit ihrer Biogasanlage flexibler auf dem Strommarkt agieren und plant aus diesem Grund den Bau eines zweiten Blockheizkraftwerks. Der Antrag dazu ist bei den zuständigen Behörden bereits gestellt.

Kakerbeck l "Wir wollen bedarfsgerechter Strom produzieren. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz liefert dafür ja entsprechende Anreize." Mit diesen Worten erklärt Stefan Middendorf vom Vorstand der Kakerbecker Agrargenossenschaft, warum das Unternehmen seine bereits bestehende Biogasanlage erweitern will.

Eigentlich würde sich damit im Vergleich zum Ist-Zustand aber wenig ändern, so Middendorf. Es werde zwar, sofern der Antrag auf Erweiterung genehmigt werde, ein zweites Blockheizkraftwerk (BHKW) auf dem Gelände der Anlage geben. Und mit dem ließen sich dann ebenfalls 390 Kilowatt Strom pro Stunde erzeugen. Doch würde es im Gegensatz zum bereits existierenden BHKW nicht rund um die Uhr laufen. Es werde künftig Zeiten geben, in denen beide Anlagen in Betrieb seien und somit gleichzeitig Strom und als Abprodukt auch Wärme produzieren würden. Und es werde Zeiten geben, in denen keines der beiden BHKW laufe. "Wir könnten den Strom auf diese Weise einfach flexibler anbieten." Und zwar dann, wenn er wirklich gebraucht werde, so Middendorf weiter.

Was die Vermarktung angehe, arbeite die Agrargenossenschaft Kakerbeck mit einer Leipziger Handelsplattform für regenerative Energien zusammen. "Und die entwickeln für uns einen richtigen Fahrplan", wobei eben je nach Bedarf Strom angeboten werden könne, wie das Vorstandsmitglied des Kakerbecker Landwirtschaftsbetriebes erläutert.

Es wird auch zugegen sein, wenn sich der Ortschaftsrat am kommenden Donnerstag, 14. August, im Zuge einer um 19 Uhr beginnenden Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus mit der Erweiterung der Biogasanlage beschäftigt. Middendorf wird den Abgeordneten dort Rede und Antwort stehen, auch wenn sie selbst gar keine Entscheidungsbefugnis in der Sache besitzen, sondern auf überregionaler Ebene über das Antragsverfahren entschieden wird. Die Agrargenossenschaft bemühe sich jedoch um Transparenz.

Die Bevölkerung jedenfalls, so unterstreicht Middendorf, müsse mit der Erweiterung der Biogasanlage keine verstärkten Emissionen fürchten. Schon jetzt gäbe es genügend Kapazitäten, um Biogas für die Strom- und Wärmeerzeugung via BHKW zu speichern. Zudem sei geplant, einen derzeit noch offenen Gärspeicher zu überdachen, sodass auch dort dann weiteres Biogas gespeichert werden könne.

Leider, so Middendorf auf Volksstimme-Nachfrage, sei der Anschluss von Privathaushalten an das von der Biogasanlage gespeiste Wärmenetz etwas ins Stocken geraten. Außerhalb des Landwirtschaftsbetriebes würden aktuell lediglich die Turnhalle und die Kindereinrichtung mit Biowärme versorgt. Die Erweiterung des Netzes sei jedoch nicht ad acta gelegt. Es werde in den kommenden Monaten wohl wieder verstärkt daran gearbeitet, zumal es mit dem zweiten BHKW dann auch eine größere Versorgungssicherheit gebe.