Am 28. November wurde in Gardelegen ein neuer Stadtrat gewählt. Die Volksstimme stellt in den folgenden Ausgaben täglich einen der 36 Ratsherren und Ratsfrauen vor.

Von Donald Lyko

Algenstedt. Als Jugendlicher und junger Mann war er mit dem Moped unterwegs. Doch später, als es die Finanzen erlaubten, erfüllte sich Torsten Mekelberger seinen langgehegten Motorradtraum. Und den lebt er bis heute. Darum freut sich der Algenstedter schon auf den Frühling, wenn die Honda für die Saison flott gemacht wird. "Zweimal im Jahr geht es auf längere Touren", erzählt der 44-Jährige. Dazwischen unternimmt er kürzere Ausflüge in der Altmark. In seiner Heimat also, in der er am 3. April 1966 in Gardegen geboren wurde.

Aufgewachsen ist Torsten Mekelberger in Algenstedt, wo er auch heute noch mit seiner Familie lebt. Seine Familie, das sind seine Frau Ines und die Söhne Sven (21) und Markus (15). Seine Arbeitsstelle ist das Tanklager der Firma Tyczka Totalgaz GmbH an der Stendaler Chaussee. Anfang 1991 hatte er in der Firma als Kraftfahrer begonnen, 1994 wurde er dann Mitarbeiter im Tanklager. Nach innerbetrieblichen Schulungen trägt er seit Herbst 2001 als Betriebsleiter die Verantwortung. Gelernt hatte Torsten Mekelberger in den Jahren 1982 bis 1984 in Gardelegen den Beruf des Baufacharbeiters. Es folgten vier Jahre auf der KKW-Baustelle bei Arneburg. Von 1988 bis Ende 1991 arbeitete der Algenstedter in der LPG Pflanzenproduktion in Jävenitz.

In all den Jahren engagierte sich Torsten Mekelberger auch ehrenamtlich. Besonders bei der Algenstedter Feuerwehr, der er 1982 beigetreten ist. Seit 1994 leitet er die Wehr, die seit der Eingemeindung als Ortswehr zu Gardelegen gehört. Seine Mutter sei seinerzeit Vorbild gewesen. "Sie war lange Zeit Mitglied in der Feuerwehr, so kam ich auch dazu", erzählt Mekelberger. Damals, in den 1980er Jahren, sei es noch etwas besonderes gewesen, in der Feuerwehr zu sein. Heute, bedauert der Ortswehrleiter, sei es schwer, Jugendliche für dieses Ehrenamt zu begeistern. "Und dabei sind die technischen Möglichkeiten heute viel besser." Er opfere gern seine Zeit für die Feuerwehr, versichert der 44-Jährige.

Und auch für die Kommunalpolitik. In den ersten Monaten nach seiner Ernennung zum Wehrleiter sei er immer zu den Sitzungen des Gemeinderates gegangen, um auf dem Laufenden zu sein und Anliegen der Kameraden zur Sprache zu bringen. Bei der nächsten Wahl hat er dann kandidiert – und wurde prompt gewählt. "Es ist doch besser, sich selbst einzubringen, wenn man etwas bewegen will", sagt Mekelberger. Er habe als Gemeinderatsmitglied die Anliegen der Wehr besser rüberbringen können. Dass sehr viel passiert ist für die Algenstedter Wehr, sei aber der gemeinschaftliche Verdienst des damaligen Bürgermeisters und heutigen Ortsbürgermeisters Hartmut Neu und der anderen Ratsmitglieder.

Etwas bewegen möchte er jetzt auch im Stadtrat. Nachdem Ortsbürgermeister Hartmut Neu es bei der Wahl 2009 nicht in den Stadtrat geschafft hatte, hatte sich diesmal Torsten Mekelberger angeboten: "Vielleicht versuche ich es mal", hatte er vorgeschlagen und seinen Bekanntheitsgrad ins Feld geführt. Mit seiner Frau habe er zuvor gemeinsam beraten, ob er kandidieren soll. Beide haben Ja gesagt. Mekelberger: "Jetzt bin ich in dem Alter, in dem man was bewegen will und kann."

Der Plan ging auf ("Die Stimmen haben es ans Tageslicht gebracht") und Algenstedt hat jetzt einen Vertreter im Stadtrat. Angetreten war der 44-Jährige auf der Liste der Feuerwehr. "Ich bin ganz gespannt, was auf uns zukommt. Das geht den anderen Kameraden unserer Liste genauso", sagte der Algenstedter.

Als wären Beruf, Feuerwehr, Kommunalpolitik, Familie und die anfallenden Arbeiten im Garten und auf dem großen Grundstück noch nicht genug, hat Torsten Mekelberger vor zwei Jahren ein früheres Hobby für sich wiederentdeckt: das Jagdhornblasen. Als 14-Jähriger hatte er damit in Jävenitz angefangen, war vier Jahre lang in der Bläsergruppe aktiv. Die dann folgenden 24 Jahre "habe ich nur für mich ein bisschen weiter gespielt. Ich habe mir irgendwann sogar eine Trompete gekauft und zum 40. Geburtstag meines Schwagers das Kufsteinlied gespielt", erzählt der Algenstedter. Vor zwei Jahren trat der Jävenitzer Dr. Horst Bünsche an die Ehemaligen heran mit dem Vorschlag, die Gruppe wiederzubeleben – und fand dafür große Zustimmung. Seither treffen sich die sieben Bläser immer dienstags zur Probe. Als Jagdhornbläser des Hegeringes Kellerbusch-Lindstedt hatten sie auch schon einige Auftritte. "Die möchte ich jetzt nicht mehr missen", sagt Torsten Mekelberger.