Genthin l Kritische Anmerkungen zur laufenden Baumaßnahme auf der Genthiner Ortsdurchfahrt B1 und der B107, hatte Lutz Nitz (Bündnis 90/Die Grünen) im Wirtschafts- und Umweltausschuss.

Problem Umleitungsstrecke

"Ganz abgesehen von der Länge der geplanten Baumaßnahme, weiß ich nicht, ob man wirklich zwischen straßenbegleitenden Radwegen und Bäumen wählen muss", spielte der Grüne auf die im Zuge der Maßnahme geplanten Baumfällungen an, mit denen Platz für erweiterte Geh- und Radwege gemacht werden soll.

Doch eigentliches Anliegen war ein anderes Problem auf der Umleitungsstrecke zwischen Brettin und Genthin. "Wenn man auf der Brettiner Chaussee in Richtung Gewerbegebiet abbiegen möchte, ist die Ampel so aufgestellt, dass sie von stehenden Lkw verdeckt wird und der Autofahrer sieht die Ampel nicht", erläuterte Nitz. Für ihn sei es ein Problem, dass die Verantwortlichen auf solche Dinge erst nach mehrfachen Hinweisen mit zeitlicher Verzögerung reagieren.

Dagegen verwahrte sich Bürgermeister Thomas Barz (parteilos). "Es ist nicht so, dass die Weitergabe der Informationen nicht funktioniert. Wir reagieren zeitnah, oft noch am selben Tag." Barz machte deutlich, dass die Baumaßnahme nicht in den Händen der Stadt liege. Bauträger sei die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt (LSBB), für die Sperrung sei der Lankreis Jerichower Land verantwortlich. "Wir nehmen an den Bauberatungen teil und versuchen, das was wir mitbekommen, zu regeln." Die Hinweise auf die verdeckte Ampel werde er weitergeben.

Verdeckte Ampel

Insgesamt sei die Stadt mit der Ausführung der Baumaßnahme zufrieden, die Freigabe der Karower Straße habe den Umleitungsverkehr entlastet. "Die starken Beeinträchtigungen im Verkehr der Stadt kommen erst später."

Ein weiteres Problem auf der B1 sah der Ausschussvorsitzende Harry Czeke (Die Linke). "An der Ampelkreuzung, wo es nach rechts in Richtung Gewerbegebiet Am Werder geht, fahren die entgegenkommenden Fahrzeuge zu 85 Prozent noch in ihrer Rotphase." Auf dem einspurig befahrbaren Bereich reiche dadurch die eigene Grünphase nicht aus. "Außerdem wird die Ampel von Bäumen verdeckt", kritisierte Czeke.

Auch diesen Hinweis notierte sich der Bürgermeister, machte aber deutlich, dass der Verkehr aus dieser Richtung wenig seitens der Stadt zu steuern sei. "Was wir machen dürfen, ist nicht die Entscheidung der Stadt, sondern des Landkreises."

Im Zuge der Diskussion wurde auch erneut über die starken Belastungen auf der Umleitungsstrecke durch die Ortschaften Brettin und Roßdorf gesprochen. Das gäbe die Straße eigentlich nicht her, merkte Harry Czeke an. "Wenn einem in Brettin ein Lkw entgegenkommt, ist es sehr eng", meinte er.

Zudem schlug der Ausschussvorsitzende vor, einen grünen Rechtsabbiegerpfeil an der Ampel von der Brettiner Chaussee zur Fritz-Henkel-Straße einzurichten. Auch diesen Wunsch nahm der Stadtchef mit in die nächsten Unterredungen mit dem Bauträger.