Mit einer Auftaktveranstaltung im Genthiner Lindenhof wurde das Bundesprogramm "Demokratie leben!" in Genthin, Jerichow und Elbe-Parey gestartet. Rund 50 Interessierte schlossen sich der Veranstaltung an, der die Konstituierung des Begleitausschusses folgte.

Genthin l Als gutes Omen für das neue Bundesprogramm "Demokratie leben!" kann man das Interesse vieler Vereins- und Organisationsvertreter werten. Rund 50 Teilnehmer hatten sich der Auftaktveranstaltung angeschlossen. Ähnlich wie im Vorgängerprogramm "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" sollen auch im neuen Programm des Bundesfamilienministeriums Toleranz-Projekte gefördert werden.

Die erste Besonderheit ist diesmal, dass sich mit Genthin, Jerichow und Elbe-Parey gleich drei Kommunen zusammengeschlossen haben, um von den Fördermöglichkeiten zu profitieren. "Die Anforderungen aus dem Bundesprogramm sind für uns eine große Herausforderung", machte Genthins Bürgermeister Thomas Barz in seinem Worten an die Gäste deutlich. Doch der gemeinsame Antrag der drei Kommunen sei ohne größere Komplikationen bewilligt worden. "Uns liegt viel an der Fortführung des bewährten Programmes und an der Zusammenarbeit mit den Partnerkommunen." Barz bedankte sich beim bisherigen Partner der Stadt Jerichow, deren Bürgermeister Harald Bothe verhindert war.

Für die Bürgermeisterin der Gemeinde Elbe-Parey Jutta Mannewitz ist es besonderes Anliegen, das Bewusstsein für die Thematik zu stärken. "Das geht nicht in einem Jahr." Daher sei sie dankbar, dass es mit dem neuen Programm eine Möglichkeit für die Weiterentwicklung in den kommenden fünf Jahren gäbe. Besonders wichtig sei ihr, das Engagement von jungen Leuten vor Ort zu stärken. Der Elbe-Pareyer Gemeinderat hat bereits ein Zeichen gesetzt und die Jugendentwicklungskonzeption, die die Städte Genthin und Jerichow gemeinsam entworfen haben, ebenfalls verabschiedet.

Mit dem Start des Programmes stehen den drei Kommunen nunmehr 45000 Euro für Projekte zur Verfügung.

Inhaltlich wendet sich das Programm besonders gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus. Eine besondere Chance für die teilnehmenden Kommunen sei die Bildung eines Jugendforums, machte die Verantwortliche für die Koordinierungsfachstelle, Gabriele Herrmann, deutlich. "Dieses Forum soll von Jugendlichen selbst gegründet und betreut werden", erläuterte sie. Jugendspezifische Projekte können in diesem Forum vorgelegt und auf den Weg gebracht werden. Dafür haben die Jugendlichen 5000 Euro zur Verfügung.

Das Jugendforum soll sich im Juli gründen und aus Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 27 Jahren bestehen. Sie werden von den Mitgliedern des Begleitausschusses benannt. Dort werden sie als Stellvertreter der Mitglieder fungieren. Der neue Begleitausschuss für das Programm "Demokratie leben!" hat sich nach der Auftaktveranstaltung konstituiert. Ähnlich wie bereits beim LAP werden dessen Mitglieder über Projekte diskutieren und diese zur Umsetzung vorschlagen.

Neu ist die Besetzung durch 15 Vertreter aus nunmehr drei Kommunen. Während die Stadtratsmitglieder Gordon Heringshausen (Genthin) und Ute Lichtenberg (Jerichow) in dieser Funktion bereits in den vergangen Jahren tätig waren, ist Wilma Bröking für den Gemeinderat Elbe-Parey neu in dem Gremium. Auch die Bereiche Schule und Kita wurden mit entsprechenden Vertretern gestärkt. Der Integrationsbeauftragte des Landkreises Anton Gujo erhält ebenfalls einen festen Platz im Begelitausschuss. Der Vertreter der Polizei, Genthins Kommissariatsleiter Holger Meseberg, bleibt auf eigenen Wunsch ohne Stimmrecht. Während seiner ersten Sitzung gab sich der Begleitausschuss unter der Leitung von Paul Karle von der Stadtverwaltung eine Geschäftsordnung. In dieser wurden die Abstimmungs- und Durchführungsmodalitäten der künftigen Sitzungen festgelegt.

Unter anderem sollen die Antragsteller für Projekte zukünftig generell immer in den Begleitausschuss eingeladen werden. "Ob sie die Sitzung besuchen, wird im Einzelfall entschieden", so Gabriele Herrmann. Im Regelfall können Projekte von freien, gemeinnützigen Trägern in einem Volumen bis zu 5000 Euro und einem Eigenanteil von zehn Prozent eingereicht werden.

Diese Projekte werden aus einem sogenannten Initiativfonds gefördert. Auch den bekannten Aktionsfonds soll es wieder geben. Dort können Einzelpersonen und Organisationen Anträge bis zu 400 Euro einreichen.

Auf der Internetseite der Stadt Genthin www.genthin.de finden sich die Formulare für die Anmeldung. Eine Beratung zur Erstellung eines Antrages kann über die Koordinierungs- und Fachstelle des Programms erfolgen. Ansprechpartnerin ist Gabriele Herrmann, Tel.: 03933 / 80 56 27 oder E-Mail: info@bibliothek-genthin.com.

 

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