Die Feuerwehr Rhoden hat am Wochenende ihr 135-jähriges Bestehen gefeiert. Wobei das wichtigste Anliegen des Festes in der personellen Verstärkung lag.

Rhoden l Der volle Kulturhaussaal am Sonntagvormittag hat die große Resonanz auf die Einladung unterstrichen. Teilnehmer von 17 Feuerwehren aus der Stadt Osterwieck, der Nachbarstadt Hornburg und Partnergemeinde Gielde (beide Niedersachsen) sowie von den Rhodener Vereinen waren zum Frühstück versammelten. Zuvor zogen alle eine Runde durch das Dorf, angeführt vom heimischen Fallsteinorchester.

"Wir müssen unbedingt junge Leute bekommen", sagte Ortswehrleiter Klaus Langejahn angesichts des hohen Altersdurchschnitts der Einsatzkräfte. 17 aktive Feuerwehrleute gibt es im Fallsteindorf - auf dem Papier. Wirklich aktiv seien weit weniger.

Immerhin gibt es drei Kinder, die in Bühne mit zur Jugendfeuerwehr gehen und in einigen Jahren vielleicht mal Feuerwehrleute werden.

Die Werbetrommel rührten die Rhodener auch beim Tag der offenen Tür am Sonnabend am Gerätehaus. Dass es nicht genügt, nur einfach eine Uniform anzuziehen, um ein Feuer löschen zu können, zeigten diverse Vorführungen. Am beeindruckendsten die Riesenflamme beim Versuch, brennendes Fett mit Wasser zu löschen.

Fünf Mannschaften beteiligten sich an spaßigen Wettbewerben vom Gummistiefelweitwerfen bis zum Löschauto-Ziehen.

Auch alte Feuerwehrtechnik aus ihrem Fundus stellten die Rhodener am Sonnabend aus. Die Wehr besitzt noch die komplette Pumpentechnik seit ihrer Gründung. Zum Jubiläum vor fünf Jahren, das noch um einiges größer gefeiert wurde, war die alte Technik aufgearbeitet worden.

1879 wurde die Rhodener Feuerwehr gegründet. "Das war in dem Jahr, als Thomas Edison die Glühbirne erfunden hat", blickte Klaus Langejahn in die Geschichte zurück. 1929 habe die Wehr ihre erste motorbetriebene Pumpe bekommen. Erst nach der politischen Wende erhielten die Rhodener ein Feuerwehrauto, zu DDR-Zeiten wurde ein Traktor der LPG vor einen Löschanhänger gespannt. Das jetzige Löschfahrzeug sei 2004 ins Dorf gekommen. Langejahn hob das Gerätehaus hervor, das bis 1997 auch mit viel Eigenleistung der Kameraden ausgebaut wurde.

Die Einsätze der Rhodener Kräfte beschränkten sich nicht nur aufs Dorf. Der Wehrleiter erinnerte an die Hochwasser 1994 an der Ilse, 2002 und 2013 an der Elbe und an einen zerstörerischen Hagelschlag 2012 bei Bernburg, wo auch Rhodener im Einsatz waren.

Die "Fallsteinzwerge" aus dem Kindergarten unterstützten das Fest mit einem kleinen Programm. Für die Kinder gab es einen Luftballonwettbewerb.

Am Sonntag unterhielten die Hessener Landmusikanten das Publikum im Kulturhaus. Die Verpflegung wurde über den Verein Notruf Ukraine abgesichert, der mit diesen Einnahmen wiederum seine Hilfstransporte nach Osteuropa finanziert. Ebenso kümmerten sich die Rhodener Marktfrauen um das Wohl der Gäste.

 

Bilder