Das Puppen- und Teddybärenmuseum in Nienhagen wartet schon bald mit einer neuen Attraktion auf. Auf dem Gelände ist ein Märchenwald entstanden, der am 23. August eröffnet werden soll.

Nienhagen l Wenn es um die Umsetzung von guten Ideen geht, ist die Familie Schuldt in Nienhagen ein gutes Beispiel in der Gemeinde. Der Aufbau eines Puppen- und Teddybärenmuseums, der Umbau eines Hilfsgerätebahnwagens in ein Café, die Gestaltung des Geländes - all das haben sich die Schuldts vorgenommen und in die Tat umgesetzt.

Das neueste Projekt ist ein Märchenwald. Auch er hat den Weg von der Idee zur tatsächlichen Umsetzung fast geschafft. Den Gedanken, insgesamt 16 Märchen auf dem Gelände zu thematisieren und auf verschiedene Weise darzustellen, hatte Christian, der Sohn von Museumsleiterin Simone Schuldt. "Im Juni des letzten Jahres habe ich mich erstmals mit dem Projekt beschäftigt", sagt er gegenüber der Volksstimme. "Das Gelände gegenüber dem Bahnwagen bot sich geradezu dafür an." Er sprach seinerzeit mit seinen Eltern über die Idee. Beide waren sofort begeistert davon und versprachen ihre Hilfe bei der Umsetzung. "Die geeigneten Puppen dafür waren im Carport schon vorhanden", sagt Simone Schuldt. "Sie mussten nur entsprechend ausstaffiert werden. Eine Mühle und einen Brunnen aus Holz fanden wir in einem Baumarkt." Und schon konnten die Drei mit großem Engagement an die Arbeit gehen. Das Gelände war entsprechend vorzubereiten, ein Weg durch das kleine Waldstück wurde angelegt. Vater Norbert packte dabei ordentlich mit an. Zunächst wurde der vordere Bereich fertiggestellt, sodass die Mühle und der Brunnen schon recht bald den Besuchern einen kleinen Einblick in das Vorhaben geben konnten.

Christian Schuldt beschäftigte sich mit den vorhandenen Puppen und entwarf Kulissen für die Märchen. Er bediente sich dabei einfachster Materialien. "Alte Mandarinenschachteln, Pappe, Holz und Papier sowie Plastik sind die Grundstoffe für die jeweiligen Bühnen", erklärt er. "Das alles habe ich beim Bau der wetterfesten Vitrinen verwendet."

Märchenthemen werden in Schaukästen gezeigt

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die einzelnen Schaukästen sind meist in mehrere Bereiche unterteilt. Die "Prinzessin auf der Erbse" liegt in einem bunt bemalten, flauschigen Bettchen und der Fischer und seine Frau stehen neben einem Leuchtturm. Christian Schuldt hat eine tolle Arbeit geleistet. "Es ist erstaunlich, was ein bisschen Farbe so ausmachen kann", sagt er. Ob der Froschkönig, Aschenputtel oder Rapunzel, die Themen sind von Märchenliebhabern sofort zu erkennen. Der Schöpfer des Märchenwaldes darf zu recht stolz auf die Umsetzung sein. Immerhin hat er unzählige Stunden in sein Werk gesteckt. "In den Wintermonaten habe ich natürlich etwas mehr Zeit in die Idee investiert", berichtet er. "Täglich zwei bis drei Stunden waren es auf jeden Fall."

Ein alter Gartenzwerg hat ebenfalls Platz auf dem Gelände gefunden. "Der sah eigentlich nicht mehr gut aus und ich hätte ihn wohl eher entsorgt", befindet sie. "Mein Sohn hat ihn jedoch repariert, nachmodelliert und letztendlich mit neuer Farbe versehen. Jetzt ist er wieder ein echtes Schumckstück geworden." Das Talent für diese Arbeiten hat Christian offensichtlich in den Genen. In der Familie gab es schon einen Maler und eine Dekorateurin.

Vater Norbert hat noch eine Anekdote parat. Er zeigt auf einen kleinen Maulwurf und sagt schmunzelnd: "Seit wir den aufgestellt haben, ist ein echter Maulwurf auf dem Grundstück eingezogen. Der kleine Geselle muss sich wohl in die Plastik verliebt haben."

Gleich neben dem Märchenwald haben die Schuldts inzwischen noch zwei Holzhäuser errichtet. "Wir werden sie bei zukünftigen Märkten verwenden", erläutert die Museumsleiterin. "Dann müssen wir nicht mehr so viele Zelte aufbauen."

Der Märchenwald soll am Sonnabend, dem 23. August, den Besuchern vorgestellt werden. "Wir werden an diesem Tag eine offizielle Eröffnung vornehmen", informiert Simone Schuldt.