Abbenrode l Entsetzen in der Gemeinde Nordharz, bei vielen Mitgliedern der Harzer Feuerwehren und in der Leitung des Kreisfeuerwehrverbandes: Der langjährige Mitstreiter und Gemeindewehrleiter des Nordharzes, Andreas Lumme, ist am Donnerstag nach einem schweren Motorradunfall unverschuldet ums Leben gekommen. Seine Frau Bianca, ebenfalls aktives Feuerwehr-Mitglied, überlebte die Kollision mit einem Bus schwer verletzt.

"Wir sind entsetzt und sprachlos", so Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse am Morgen danach. "Wir verlieren mit Andreas Lumme nicht nur einen aktiven Mitstreiter, der mit Leib und Seele Feuerwehrmann war, sondern zugleich einen sehr sympathischen und hilfsbereiten Weggefährten, der stets zur Stelle war." Andreas Lumme war nach Lohses Worten nicht nur Chef der Nordharzer Feuerwehren, sondern auch Zugführer der Kreis-Feuerwehrbereitschaft. In dieser Funktion habe der 42-Jährige immer wieder über die Kreisgrenzen hinaus mit angepackt. "Zuletzt beim Hochwasser an Elbe und Saale vor zwei Jahren", erinnert Lohse. Zudem habe sich Lumme um die Ortsfeuerwehren im Nordharz verdient gemacht.

Auch dort herrscht seit Donnerstag tiefe Trauer. Die Nachricht vom tragischen Unglück verbreitete sich sehr schnell, denn Andreas Lumme hat zu den prägendsten Menschen innerhalb der Nordharzer Feuerwehren gehört. Seine Anrede "Meine Kameradinnen, meine Kameraden" bei Veranstaltungen kam aus vollem Herzen, erinnern sich Mitstreiter. Für sie sei Andreas Lumme stets ein verlässlicher Ansprechpartner gewesen.

Andreas Lumme und seine Frau waren am Donnerstagmittag auf der B 244 bei einer Motorradtour schwer verunglückt. An der Auffahrt zur B 6 kurz hinter Schmatzfeld übersah nach den bisherigen polizeilichen Ermittlungen ein Busfahrer beim Linksabbiegen das Motorrad und kollidierte frontal mit der Maschine. Wie Polizeisprecher Uwe Becker am Freitag sagte, gebe es bislang keine Hinweise auf ein Fehlverhalten des Motorradfahrers.

Andreas Lumme war nicht nur bei der Feuerwehr aktiv. Als Mitglied des Nordharzer Gemeinderates hat er sich in der ersten Legislaturperiode des Rates auch dort für die Belange und Probleme der Feuerwehren eingesetzt. Ebenso arbeitete er viele Jahre im Abbenröder Ortschaftsrat mit. Nicht zuletzt wegen seiner Fachkenntnis war er allseits respektiert. Beliebt und angesehen war er wegen seiner umgänglichen Art in Diskussionen, aber auch ob seiner Hartnäckigkeit wenn es galt, Missstände zu beseitigen.

Nordharz-Bürgermeisterin Hannelore Striewski (parteilos) reagierte mit Bestürzung auf die Nachricht: "Wir haben viele Jahre sehr gut zusammengearbeitet, und ich habe ihn stets als sehr fairen Gesprächspartner erlebt. Andreas Lumme wird eine große Lücke in unserer Gemeinde hinterlassen. Mein Mitgefühl gilt seiner Familie, vor allem seiner Frau, die schwer verletzt im Krankenhaus liegt. Ihr gelten meine besten Genesungswünsche."

Ortsbürgermeister Wolfgang Mertins (CDU) reagierte ebenso bestürzt. Er sprach von einer kaum zu schließenden Lücke, die Andreas Lumme in Abbenrode hinterlässt.

Entsetzen und Bestürzung auch beim Busunternehmen: Man tue alles für die Betroffenen, so ein Mitarbeiter auf Facebook.

Andreas Lumme hinterlässt neben seiner Ehefrau zwei Töchter. Die Familie ist seit Jahrzehnten eng mit der Feuerwehr verbunden. Vater Hermann Lumme war viele Jahre lang Abbenröder Ortswehrleiter. Ehefrau Bianca und Bruder Michael sind selbst aktive Feuerwehrleute, die Töchter gehören zur Jugendwehr.