Steht der Name Sebastian Kneipp der neu sanierten Grundschule Flechtingen gut zu Gesicht? Ein Vorschlag der Schule samt umfassender Erläuterung wurde im Flechtinger Gemeinderat gegensätzlich diskutiert.

Flechtingen l Mit großen Schritten schreitet die Sanierung des alten Schulgebäudes Vor dem Tore voran, und von der Grundschule nebenan können die Baufortschritte jeden Tag verfolgt werden. Untätig sind Lehrer und Schüler nicht, wollen, wenn ihre neue Schule fertig ist, nicht nur Einweihung feiern, sondern ihrer Grundschule auch einen Namen geben.

Nach einem öffentlichen Aufruf im vergangenen Herbst kamen 15 Namensvorschläge zusammen. Nach längerer Auseinandersetzung mit den Vorschlägen, entschloss sich das Lehrerkollegium im Februar dieses Jahres, den Namen "Sebastian Kneipp" in Anlehnung an das Schulkonzept und auch an den Luftkurort Flechtingen mit seinen vielfältigen gesundheitsfördernden Angeboten weiterzuverfolgen.

Schulleiterin Ines Warschewske nutzte die jüngste Gemeinderatssitzung, um den Weg und die Ergebnisse der Recherchen vorzustellen.

Zum Konzept "Bewegung macht Schule" passt ihrer Ansicht nach Sebastian Kneipp sehr gut. Denn eine Säule dieses Konzeptes ist die ganzheitliche Gesundheitsförderung von der gesunden Ernährung, über Bewegung und Sport bis hin zu gesunder Lebensweise. Alles Bausteine, die auch im Kneippschen Konzept eine Rolle spielen.

Am 23. Juni hatte sich auch die Gesamtkonferenz der Flechtinger Schule für eine entsprechende Namensgebung ausgesprochen.

Etwas überraschend gab es in den Reihen des Gemeinderates während der jüngsten, der konstituierenden Sitzung mehrheitlich Bedenken.

"Ich bin nicht glücklich mit der Entscheidung", meinte Volker Fickendei-Weidemann (SPD) und sprach damit aus, was die meisten wohl dachten. Der Name habe seiner Ansicht nach nichts mit dem Ort Flechtingen zu tun. Sein Wunsch sei vielmehr eine regionaler Bezug gewesen.

Nick Kloß (SPD) schloss sich dieser Meinung an und meinte, ein geografischer Name wie Am Spetzebach oder Flechtinger Höhenzug stelle eher eine Verbindung zur Region her.

Christa-Maria Voigt (FUWG) plädierte ebenfalls für einen neutralen Namen, der allen Diskussionen aus dem Weg gehen würde. Auch Hans-Heinrich Wille (FUWG) und Matthias Wiegel (FUWG) sowie Uwe Müller (FUWG) sprachen sich für eine regionale Variante aus.

Eine Lanze für "Sebastian Kneipp" als künftigen Schulnamen brachen Ronny Schneidewind (FUWG) und Günter Seifert (FUWG). "Ich finde nichts Schlechtes an dem Namen. Die Schule legt wert auf die Gesundheit, und Sebastian Kneipp steht für Gesundheit", berichtete Ronny Schneidewind aus seiner Erfahrung heraus.

"Neue Grundschüler könnten sich mit Sebastian Kneipp in einem Projekt beschäftigen und ihn und seine Ziele so kennen lernen. Ich finde, auch international ist das ein durchaus bekannter und geschätzter Name", meinte Günter Seifert.

Chris Siegmann (Die Linke) und Claudio Kühn (FUWG) würdigten die Bemühungen der Schule, die sich intensiv Gedanken auf der Suche nach einem passenden Namen gemacht hatte, wie die Schulleiterin in ihren Ausführungen vor dem Rat deutlich machte.

Bürgermeister Dieter Schwarz (FUWG) wird das Thema noch einmal auf die Tagesordnung der August-Sitzung setzen. Er hofft, dass sich seine Ratsmitglieder bis dahin davon überzeugenkönnen, dass der eine Grundschule "Sebastian Kneipp" gut in die Gemeinde passen und gleichzeitig positiv für den Luftkurort sprechen würde.

Das letzte Wort zur Entscheidung hat ohnehin der Verbandsgemeinderat von Flechtingen als Träger der Grundschulen. Doch er werde wohl der Empfehlung des Flechtinger Rates folgen, meinte der Ortschef.

Ein wenig Eile sei geboten, so Dieter Schwarz, denn soll die Namensweihe zur geplanten Einweihung am 12. Dezember erfolgen, müsse noch einiges wie ein Namensschild organisiert werden.

Am 13. Dezember soll die neu sanierte Schule übrigens der Öffentlichkeit im Rahmen eines Tages der offenen Tür zugänglich gemacht werden.