Mit einem symbolischen Spatenstich wurde am Mittwoch der Baubeginn für die neue Akutpsychiatrie des Ameos Klinikums in Haldensleben vollzogen. Elf Jahre lang hat der Klinikbetreiber auf diesen Augenblick warten müssen.

Haldensleben l Mit "Hartnäckigkeit und Penetranz, ganz nach dem Ameos-Prinzip", so betont Dr. Axel Paeger, sei elf lange Jahre um den Neubau der Akutpsychiatrie für das Ameos Klinikum Haldensleben gekämpft worden - "so sehr wie noch nie um ein Neubauprojekt." Denn "es gab immer wieder den einen oder anderen Halunken, der probiert hat, das Projekt zu torpedieren", sagt der Vorsitzende des Vorstandes, Mitglied des Verwaltungsrats und Mitbegründer von Ameos, ohne Namen nennen zu wollen. Sein besonderer Dank geht daher an Christiane Kuhne. Sie hatte sich als langjährige Haldensleber Krankenhausdirektorin - heute arbeitet sie in dieser Position im Ameos Klinikum Halberstadt - für den Neubau eingesetzt und ihn mit auf den Weg gebracht. Der Einladung zum Spatenstich war sie deshalb auch gern gefolgt.

Drei Baustellen auf einen Schlag

Allerdings ist der Neubau der Akutpsychiatrie nicht die einzige Baustelle auf dem Klinikgelände an der Kiefholzstraße 4. "Wir beginnen gleichzeitig mit der Erweiterung der Gerontopsychiatrie und dem Umbau der alten Wäscherei zu einem Therapiezentrum", sagt Krankenhausdirektor Andreas Schulz. Die Gesamtkosten dafür würden sich zwischen 17und 18 Millionen Euro bewegen, ergänzt Freddy Eppacher, Direktor für Bau und Technik bei Ameos. Mit 16,5 Millionen Euro fördert das Land Sachsen-Anhalt das Bauvorhaben.

Eppacher geht davon aus, dass die Bauarbeiten in den kommenden zwei Jahren realisiert werden und hofft, Ende 2016 fertig zu sein. "Unseren Fokus richten wir dabei auf die Gerontopsychiatrie, deren Fertigstellung als erstes vorgesehen ist. Im Anschluss daran sollen die Akutpsychiatrie und das Therapiezentrum in etwa gleichzeitig fertiggestellt werden", nennt Eppacher die zeitliche Zielstellung.

Für die Gerontopsychiatrie, die sich mit älteren Menschen jenseits des 60. Lebensjahres und ihren psychischen Erkrankungen wie beispielsweise Demenz beschäftigt, soll künftig das Haus 105 genutzt werden. Es entstand im Rahmen des ersten Bauabschnitts der Landesheilanstalt Haldensleben in den Jahren von 1927 bis 1929 und besitzt noch heute seine ursprüngliche Gebäudestruktur. Es soll barrierefrei umgestaltet werden und Platz für 30 Patienten bieten. Dazu ist vorgesehen, den Flachbau um eine Etage aufzustocken. Weitere zehn dringend benötigte Plätze sollen in einem direkten Anbau an das Haus entstehen. Laut Plan werden dann im Erd- und Obergeschoss jeweils eine Station mit je 20 Betten und dazugehörige Dienstzimmern, Aufenthaltsbereiche und Therapieräume untergebracht, im Dachgeschoss befinden sich Verwaltungsräume und Sozialräume für das Personal.

Baugenehmigung vor Spatenstich übergeben

Die Notwendigkeit eines Ersatzneubaus für die Akutpsychiatrie begründet sich in der fehlenden Bettenkapazität und die bisherigen Unterbringung der Patienten in drei verschiedenen Häusern auf dem Klinikgelände. "Die baulichen Zustände sind derzeit nicht optimal und aus der Aufteilung auf drei Gebäude ergeben sich Schwierigkeiten für Patienten und Mitarbeiter. Trotzdem ist eine gute Versorgung der Patienten gewährleistet. Und mit ihrem Engagement haben sich unsere Mitarbeiter auch den Neubau verdient", unterstreicht Axel Paeger. Der dreigeschossige Neubau soll später 55 Betten sowie Aufenthalts-, Therapie-, Arzt-, Behandlungs- und Büroräume beherbergen.

Dritte "Baustelle" im Komplex ist die ehemalige Wäscherei. Sie wurde ebenfalls zwischen 1927 und 1929 errichtet und soll nun zu einer das gesamte Klinikgelände bedienende zentralen Ergo- und Physiotherapie umgebaut werden.

Bevor gestern allerdings mit dem ersten Spatenstich symbolisch der Baustart vollzogen wurde, hatte Isolde Prost, Fachbereichsleiterin Bau und Umwelt der Kreisverwaltung, noch eine kleine Überraschung für den Bauherren parat: Sie übergab Andreas Schulz die langersehnte Baugenehmigung.