Anschauen, erleben und Perspektiven mitgestalten - das können die Haldensleber am 12.November beim "Tag der offenen Schaustelle" im Mehrgenerationenhaus. Die Betreiber, Bauherren und Initiatoren des "EHFA" laden alle Interessierten zu einem Blick hinter die (Bau-)Kulissen ein. Unterdessen bereiten sich die ersten Mieter auf ihren Einzug vor.

Haldensleben l Das Mehrgenerationenhaus in der Bülstringer Straße mit seinem Eingang von der Gröperstraße aus ist und bleibt ein Leuchtturmprojekt für die Kreisstadt Haldensleben. Der Name "Ein Haus für alle" (EHFA) stammt von einer Haldensleberin: Marianne Dreyer gewann den Wettbewerb um den Namen für die Einrichtung.

Und so soll es auch weitergehen: Alle, die mitwirken und gestalten wollen, sind eingeladen, ihre Ideen und Projekte im "EHFA" zu verwirklichen. "Es wird viel Platz geben für Innovatives, unter anderem ist `Co-Working` geplant", informiert Stadt-Dezernent Henning Konrad Otto. "Co-Working" bedeutet, dass Arbeitsplätze und Infrastruktur wie Netzwerk, Drucker, Scanner, Fax, Telefon, Beamer und Besprechungsräume auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis zur Verfügung gestellt werden und dadurch die Bildung einer Gemeinschaft ermöglicht wird.

Doch das Mehrgenerationenhaus ist nicht nur Gemeinschaftsprojekt verschiedener Partner. Hier werden erstmals soziale Angebote clever und unter einem Dach vernetzt: Betreutes Wohnen, Erziehungsberatung, Seniorenbegegnungsstätte, eine inte- grative Kindertagesstätte, eine Cafeteria als kommunikativer Mittelpunkt, verschiedene Veranstaltungsräume und zahlreiche Beratungsangebote.

Gerade mit letzterem erfüllt der Paritätische als Hausherr die mit der Änderung des Gesetzes zur Familienförderung des Landes Sachsen-Anhalt im Juli vom Landtag beschlossene Neuordnung der Förderung sozialer Beratungsangebote. Darin ist vorgesehen, dass die Beratungsstellen, unabhängig von ihrer Trägerschaft zusammenarbeiten, um bestmögliche Hilfen für die Menschen sicherzustellen. Unter dem Titel "Integrierte psychosoziale Beratung" werden Beratungskompetenzen gebündelt, damit Hilfe noch effizienter wird.

Beratungsangebote unter einem Dach bündeln

Und so bereiten sich derzeit die Mitarbeiter der Drogen- und Suchtberatung, der Erziehungs- und Familienberatung, der Sozialpädagogischen Familienhilfe, der Schuldner- und Insolvenzberatung sowie des Ambulant Betreuten Wohnens für den Landkreis Börde auf ihren Einzug in das "EHFA" vor. Ihre Beratungsstellen sind bislang über das Stadtgebiet verteilt, künftig werden sie ihre Angebote unter einem Dach bündeln. "Davon erhoffen wir uns Synergieeffekte und wir können unseren Klienten weitaus besser helfen als bisher. Sie finden weitere Ansprechpartner praktisch nur eine Tür weiter", ist Gabriele Thoms von der Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle überzeugt.

Die Idee, ein Haus für alle Generationen im Zentrum der Kreisstadt zu etablieren, ist 2006 entstanden. "Das Projekt lag uns am Herzen und wir sind stolz, dass die Realisierung kurz vor dem Abschluss steht", so Henning Konrad Otto. Die offizielle Eröffnung des Mehrgenerationenhauses "EHFA" wird im Januar sein. Vorher allerdings kann bereits ein Blick in das "EHFA" geworfen werden - beim "Tag der offenen Schaustelle" am Mittwoch, 12. November.

Die Stadt Haldensleben investiert an dem Standort rund 5,9 Millionen Euro. Der Neubau sowie das mit errichtete Parkhaus werden von der EU, dem Bund, dem Land sowie mit Eigenmitteln der Stadt Haldensleben mit rund 4,2 Millionen Euro gefördert.

Neben den sozialen Angeboten im "EHFA", die im 2.Bauabschnitt des Mehrgenerationenhauses, an dem derzeit noch gebaut wird, zu finden sind, gehören auch drei Wohnhäuser mit 19 Wohnungen und 2 Gewerbeeinheiten zum Gesamtkomplex. In diesen 1. Bauabschnitt, der an der Bülstringer Straße realisiert wurde, sind etwa 2,5 Millionen Euro geflossen. Hier wohnen Familien mit Kindern, Singles, Wohngemeinschaften und Lebensgemeinschaften - eben Menschen aller Altersgruppen.