Der Schützenverein Velsdorf 1910 hat seine Volksschützenkönige proklamiert. Das beste Ergebnis haben sich Gu-drun Harpke und Dietmar Hahne erkämpft und damit ihren Titel verteidigt. Anna Michelle Keller ist die Jugendkönigin des Vereins.

Velsdorf l Das Schützenfest in Velsdorf hat Tradition. Der Verein besteht schon seit 105 Jahren. Und doch war in diesem Jahr alles anders. Es gab keinen Schützenumzug, sondern zum ersten Mal im Zelt einen Gottesdienst. Nachdem es zwischen den Vereinen unterschiedliche Ansichten zu organisatorischen Dingen gab, vereinte Pfarrer Jürgen Dittrich in seiner Predigt Sportler und Schützen. Der Weg sei - nach den Ausführungen des Geistlichen - das Ziel. Während die Schützen ihre Scheiben vor Augen haben, wollen die Fußballer Tore schießen. Jeder Verein vertrete seine Interessen. Doch das Miteinander der Menschen im Ort, der weniger als 200 Bewohner hat, sollte immer im Mittelpunkt stehen. Der Zusammenhalt wäre das Wichtigste.

Mit der Proklamation der besten Schützen lüftete Franz Stöhr, Vorsitzender des Velsdorfer Schützenvereins, dieses streng gehütete Geheimnis. Gudrun Harpke und Dietmar Hahne verteidigten ihren Volkskönigstitel, den sie bereits im vergangenen Jahr erkämpft hatten. "Dietmar Hahne hat seine Ehrenmitgliedschaft genutzt und fleißig das Schießen geübt", verriet Stöhr. Nur um Haaresbreite ging so der Titel an Steffen Köhler, der das zweitbeste Ergebnis hatte, vorbei. "Die Velsdorfer Schützen sind eine wirklich tolle Truppe. Ich werde jetzt auch dauerhaftes Mitglied des Vereins", versicherte Hahne. Ähnlich eng in der Bewertung war es bei den Frauen. Während Königin Gudrun Harpke mit fünf Schuss 43 Ringe erzielte, folgten Silvia Knispel mit 42 und Christel Stöhr, die Frau des Vorsitzenden, mit 37 Ringen. "Mehr als 10 Frauen und 20 Männer hatten die Herausforderung angenommen. Die Konkurrenz war also groß", berichtete Harald Wagner, der das Volkskönigsschießen beaufsichtigte. Zur Jugendkönigin wurde Anna Michelle Keller gekrönt. Jäger Hartmut Frost schoss sich den Titel beim Jagdkönigsschießen, bei dem auf kleine Tierfiguren gezielt wurde. Vereinschef Stöhr hatte in der Wertung der Schützen die meisten Hasen und Wildschweine erfolgreich anvisiert. Nach der Ehrung ging es zum Gruppenfoto vor das Festzelt. Als Markenzeichen trugen die hiesigen Schützen wieder weiße Federn an ihren Hüten. Die Schützenscheiben sollen am Sonnabend, 13. Juni, an die Hausfassaden der Könige genagelt werden.

Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU) lobte beim Frühstück das Schützenvolk und auch die Sportler für ihre engagierte Vereinsarbeit. "Der Gottesdienst war eine gute Idee. Andererseits konnten wir in der Vergangenheit mit einem Umzug mehr Schützenfreunde nach Velsdorf locken. Der Umzug hat eben Tradition und wird von den Schützen mehr akzeptiert", zog Stöhr Bilanz. Siegfried Dörheit, Vorsitzender des Sportvereins, betonte, dass es ihm wichtig sei, dass Schützen und Sportler auch künftig an einem Strang ziehen und auch gemeinsam feiern.

Noch im Mai wollen sich Vertreter von der Sportgemeinschaft und vom Schützenverein an einen Tisch setzen, um das Fest für 2016 zu planen.

 

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