Das Sportlerheim in Walbeck ist eigentlich keines mehr, denn es ist in einem desolaten Zustand. Die Walbecker haben alle Voraussetzungen für einen Neubau erfüllt, trotzdem kann es noch nicht losgehen.

Walbeck l Lange liefen die Vorbereitungen für einen Ersatzneubau des völlig desolaten Sportlerheims in Walbeck, in diesem Jahr nun soll und muss es laufen. Das Landesverwaltungsamt Magdeburg hat die Maßnahme auf der Prioritätenliste für dieses Jahr.

Fördermittel in beantragter Höhe von 175300 Euro wurden in Aussicht gestellt, die nach ihrer offiziellen Genehmigung in diesem Jahr verbaut werden müssen. Noch einmal die gleiche Summe hat die Stadt im Haushalt geplant. Aus Grundstücksverkäufen hat Walbeck die entsprechenden Eigenmittel erwirtschaftet. Nun wartet die Stadt auf den endgültigen Bewilligungsbescheid. Das zuständige Fachamt geht von einer kurzfristigen Zusage der Förderung aus.

"Allerdings könnten wir mit unserer vorliegenden vorläufigen Haushaltsführung derzeit ohnehin nicht beginnen", unterstrich Bürgermeisterin Silke Wolf (Die Linke) im Hauptausschuss die Dringlichkeit, mit dem Haushalt für 2015 in die Gänge zu kommen. Aber immer noch klafft trotz monatelangem Streichkonzert in zahlreichen Sitzungen der Stadträte ein großes Loch. Wann der Haushalt für die Einheitsgemeinde beschlossen wird, ist derzeit noch völlig unklar.

Damit es nach der Fördermittelzusage trotzdem zügig losgehen könnte, müsste der Stadtrat am 2. Juni eine vorzeitige Mittelfreigabe des eingestellten Produktsachkontos für den Ersatzneubau Walbeck beschließen.

Die Mitglieder des Hauptausschusses gaben während ihrer Sitzung in Seggerde grünes Licht und wiesen den Beschluss damit in den Stadtrat weiter.

Walbecks Ortsbürgermeister Martin Herrmann (parteilos) hatte die Dringlichkeit des Ersatzneubaus im Ausschuss noch einmal hervorgehoben. Er erinnerte daran, dass die Fördermittel schon einmal zur Verfügung gestanden hatten und es ein harter Kampf war, sie noch einmal zu erhalten.

Immerhin beschäftigt der Ersatzbau am Sportplatz schon seit fünf Jahren den Stadtrat. Damals hatte es auch schon eine Vor-Ort-Besichtigung gegeben. Jetzt müsse gehandelt werden.

Auf eine Frage von Hauptausschussmitglied Sabine Bastigkeit (Die Linke) zur künftigen Unterhaltung und Bewirtschaftung, konnte Martin Herrmann ihre Bedenken zerstreuen: "Unsere Sportler haben das schon immer in eigener Regie und eigenständig geregelt, daran wird sich auch bei einem Neubau nichts ändern. Die Sportler sind froh, wenn sie aus ihrer jetzigen Schimmelbude herauskommen."