Havelberg l Radfahrer auf dem Radweg von Havelberg nach Nitzow müssen sich auch in diesem Jahr wieder mit dem Eichenprozessionsspinner herumplagen. Die feinen Härchen der Raupen, die die Eichen massiv befallen, sorgen für Pusteln und Juckreiz, manch einer reagiert allergisch darauf, muss sich schlimmstenfalls sogar krankschreiben lassen. Gelangen die Haare in die Lunge, können sie Bronchitis oder Asthma auslösen.

Zuständig für diesen Radweg an der Landesstraße ist die Straßenmeisterei der Landesstraßenbaubehörde in Osterburg. Deren Leiterin Elke Papendiek kennt die Problematik seit Jahren. "Wir haben auch in diesem Jahr wieder ein Bakterium gespritzt. Doch ist die Wirksamkeit von vielen Faktoren abhängig. So darf es nicht regnen und nicht windig sein", nennt sie Beispiele. Und selbst, wenn alles optimal verläuft, ist immer noch nicht sichergestellt, dass die Raupen vollständig ausgerottet werden können. Zumal es keine flächendeckende Bekämpfung ist.

Die Straßenmeistereien dürfen seit zwei Jahren nur noch Einzelbaumbekämpfungen vornehmen. Eine EU-Richtlinie bildet dafür die Grundlage, erklärt Elke Papendiek. Die Bäume werden dabei von unten her eingenebelt. Zuvor waren Befliegungen und damit das Erreichen größerer Bereiche möglich. So hatte die Straßenmeisterei vor einigen Jahren ein gemeinsames Projekt mit der Forst im Seehäuser Bereich initiiert, so dass auch umliegende Waldbereiche integriert waren.

Für Absaugen der Nester ist kein Geld vorhanden

In diesem Jahr wurden im Verantwortungsbereich der Straßenmeisterei Osterburg 800 Bäume an Radwegen und ortsnahen Straßen besprüht. "Wir haben aber über 3000 Eichen an unseren Straßen", sagt Elke Papendiek. 50000 Euro wurden im vergangenen Jahr im Bereich des Landkreises Stendal zur Bekämpfung der Raupen ausgegeben.

Ein Abbrennen der Nester von den Bäumen ist nicht empfehlenswert, weil dadurch die Haare, die über 15 bis 20 Jahre ihre Wirkungen behalten können, nicht vollständig vernichtet, sondern eher noch weiter verteilt werden. Hilfreich wäre das Absaugen der Nester. Doch das ist sehr zeitaufwändig und teuer. Dafür ist kein Geld vorhanden. Im vergangenen Jahr hatte die Straßenmeisterei dieses Verfahren im Bereich des Radwegebaus "Weißer Berg" Schollene angewandt, damit die Bauarbeiter weiterarbeiten konnten. Für den Bereich von zwei bis drei Kilometern lagen die Kosten bei 20000 Euro. "Meiner Meinung nach, muss eine politische Lösung gefunden werden, denn nur eine flächendeckende Bekämpfung ist sinnvoll. Nur durch das Besprühen von Einzelbäumen kriegen wir die Ursache nicht bekämpft", sagt Elke Papendiek. Um die Radfahrer zwischen Havelberg und Nitzow auf die Gefahr hinzuweisen, bleibt nach dem Besprühen im Frühjahr vorerst nur, Warnschilder aufzustellen.