Mit einem Schnupperkurs beabsichtigt der Klötzer Karate-Verein "ZEN" die Vereinsarbeit neu zu beleben. Noch bis Weihnachten können Interessenten in der Klötzer Zinnberghalle jeweils dienstags von 18 bis 19 Uhr gratis unter Anleitung mit Meister Stefan Weber die Grundlagen trainieren.

Klötze l Die meisten der Mädchen und Jungen, die am Dienstag kurz vor 18 Uhr mit erwartungsvollen Blicken den Worten von Meister und Träger des dritten DAN-Gürtels zuhörten, kannten Karate-Künste nur aus Film und Fernsehen. Doch den Karate-Sport, den ihr Trainer vorgestern in der Zinnberghalle vorstellte, der beginnt bereits vor dem Training, nämlich in der Umkleidekabine. Wenn die Trainingssachen angezogen sind, dann muss die Alltagsbekleidung ordentlich zusammengelegt hinterlassen werden. Diese Information ließ einige mit entsprechendem Respekt schmunzeln oder "die Augen rollen".

Noch einige Besonderheiten mussten die Neuen dazulernen. Karate wird barfuß geübt, Hände in den Taschen verbergen, dass ist ein Unding, und ein Übender muss sich melden, wenn er etwas nicht versteht oder mit dem Meister oder seinen Schülern sprechen möchte. Das war schon in der ersten halben Stunde ein starker Tobak für die Kinder und Jugendlichen, die alle Karate-Kids werden möchten.

Aller Anfang ist bekanntlich schwer. Und gleich in der ersten Stunde ihres Schnupperkurses mussten die Neulinge erfahren, dass vor dem Kämpfen viel Bewegung und noch mehr Schwitzen kommen. Lockeres Laufen, Hüpfen auf der Stelle und reichliches Bewegen von Kopf, Armen und Beinen bestimmten das Aufwärm-Training. Bis der erste Kampfstoß ohne Körperkontakt beim Übungspartner erfolgte, waren schon viele Kalorien verbraucht. Die Lust an dieser vorwiegend aus dem Japanischen übernommenen Kampfkunst war nach der ersten Übungsstunde jedoch bei den Kindern ungebrochen. Auch weil Meister Stefan es mit viel Hingabe versteht, alle Anstrengungen in ein spielerisch leicht anmutendes Programm einzubetten, das jedoch systematisch den Grad des Könnens fördert.

"Wir möchten das Angebot im Verein neue beleben. In den vergangenen zwei Jahren haben wir nicht so optimal die Vereinsarbeit vorangetrieben, wie es geplant war", räumt Stefan Weber im Gespräch mit der Volksstimme ein. "Deshalb bedeutet dieser Schnupperkurs auch einen Neuanfang der Vereinsarbeit", sieht Meyer sich durch die Angebote auf dem richtigen Weg. Derzeit gehören rund 40 Mitglieder dem eigenständigen Klötzer Verein an. Nicht alle sind jedoch ständig aktiv.

"Durch den Schnupperkurs können wir vor allem viele junge Mitglieder gewinnen. Die sollen früh gefördert werden, um die Leistungsdichte im Verein zu erhöhen", ist das Ansinnen von Meyer. Wie zu erfahren war, nahmen die Klötzer Karate-Sportler nur an wenigen Wettkämpfen teil. Auch das soll sich mit neuen Kräften ändern.

Die Erwartungen, viele neue von dieser Sportart begeisterte Mitglieder zu gewinnen, gibt Meyer einen Dämpfer. Er erwartet, dass von zehn Neuanfängern lediglich einer den Verein langfristig verstärken wird. Das liegt sicherlich auch daran, dass der Karatesport nicht mit dem in den TV-Medien gezeigten Karate-Spektakel zu vergleichen ist.