Klötze/Salzwedel l Alle Eisenbahnfans können sich auf ein ganz besonderes Ereignis freuen. Erstmals nach zwölf Jahren soll am kommenden Wochenende wieder ein Zug auf der Strecke zwischen Salzwedel und Klötze unterwegs sein. Das bestätigten gestern der Geschäftsführer der DRE Gerhard J. Curth und Michael Schrader vom Bahnkundenverband Altmark/Wendland. Sonnabend zweimal und am Sonntag dreimal soll von der Hanse- in die Purnitzstadt und umgekehrt per Bahn gefahren werden können. Der Fahrplan mit den Zusteigemöglichkeiten soll heute vorliegen, sagt Michael Schrader. Die Fahrgäste können den Weihnachtsmarkt in Klötze besuchen oder den verkaufsoffenen Sonntag in Salzwedel für einen adventlichen Einkaufsbummel nutzen.

"Vielleicht bereitet es vielen auch einfach nur Freude, gemütlich mit der Bahn durch die winterliche Altmarklandschaft zu fahren", sagt Michael Schrader. Die Akteure würde es freuen. Sie haben mit viel Hingabe dieses touristische Angebot realisiert und einige Rückschläge hinnehmen müssen. Ursprünglich waren bereits Fahrten zum Martinimarkt geplant (wir berichteten). Schrader: "Das war Schwerstarbeit bis an die gesundheitlichen Grenzen."

Noch gestern wurden einige Abschnitte per Hand vermessen. Zuvor war ein sogenannter Messwagen unterwegs, der die Befahrbarkeit der Gleise überprüft hatte. "Die Strecke sieht gut aus", schätzt Schrader ein, der bei der DRE angestellt ist. Die Betriebserlaubnis sei erteilt, eine Genehmigung für eine Wiederinbetriebnahme liege schon seit 2006 vor. Die Bahnübergänge werden während der Fahrten von Posten gesichert. Statt der alten dunkelroten Triebwagen - im Volksmund Ferkeltaxi genannt - wird ein moderner Regionalzug in gelbgrün der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH eingesetzt. Der Bahnkundenverband hat ihn für das Wochenende gemietet. Das Angebot soll keine "Eintagsfliege" sein, wie Schrader betont. Zu besonderen Anlässen soll es auch im nächsten Jahr Fahrten geben. "Dafür wäre es gut, wenn der Bahnkundenverband einen eigenen Triebwagen und einen Triebwagenführer hätte", erklärt Schrader.

Das Land hatte den Personenverkehr auf der Strecke, die vor 125 Jahren in Betrieb genommen wurde, 2002 abbestellt. Hintergrund waren zu geringe Fahrgastzahlen und damit eine mangelnde Wirtschaftlichkeit. Der Güterverkehr war kurz vorher zum Erliegen gekommen. Auf Antrag der Deutschen Bahn AG wurde die Strecke 2004 endgültig stillgelegt. 2007 pachtete sie die DRE zur Sicherung der Trasse. Nun plant die Gesellschaft eine Wiederbelebung des Gütersverkehrs. Es gebe mehrere Interessenten für eine Nutzung des Umschlagplatzes in Siedenlangenbeck, hatte der DRE-Geschäftsführer kürzlich erklärt.