Apenburg (wmo) l Erheblichen Diskussionsbedarf sieht die Wählervereinigung Pro Apenburg während der Zusammenkunft der Gemeindevertreter morgen Abend ab 19.30 Uhr im Apenburger Bürgerhaus. Und das vor allem über einige Aussagen von Bürgermeister Harald Josten im Volksstimme-Jahresrückblick (Ausgabe vom 27. Dezember) in Sachen Bodenordnungsverfahren. Darin sprach dieser von "privatwirtschaftlichen Interessen einzelner Betriebe", die hinter den Gegnern des Verfahrens stecken würden. "Wen mag er damit meinen? Das würden die Bürger schon gerne wissen", erklärte Ratsmitglied Joachim Rieseberg gegenüber der Volksstimme. Es könne der Eindruck entstehen, dass Josten "vielleicht Einfluss auf den Grundbesitz verschiedener Landwirte nehmen" möchte.

Selbst die Höhe des Pachtzinses in Apenburg sei für Josten erstaunlicherweise von Interesse. "Er sagt in dem Interview, dieser sei `schon fast sittenwidrig` und befindet, dass es an der Zeit sei, den Leuten reinen Wein einzuschenken", wundert sich der Apenburger. Auch hier frage er sich, wer gemeint sei. "Die wenigen Antragsteller (des Bodenordnungsverfahrens; Anmerk. d. Red.) mit ihren Trittbrettfahrern oder die konventionell wirtschaftenden Betriebe mit ihren Verpächtern?", so Rieseberg.

Dass die Verfahrensgegner keine Argumente vorgebracht hätten, sei ebenfalls falsch. "Die gab es in den Vorjahren mehr als genug, und die wurden auch bei Einzeleinladungen durch das ALFF vorgetragen", erklärte das Ratsmitglied. Wenn das Verfahren komme, werde die Gemeinde 160000 Euro an Kosten übernehmen. "Da muss man schon mal fragen dürfen: Für wen?", meinte Rieseberg.

Eigentlich wollte er die Problematik auf die Tagesordnung der Sitzung setzen lassen. "Doch das hat der Bürgermeister abgelehnt", bedauerte der Apenburger. Deshalb werde er das Thema, das viele Apenburger beschäftige, im Rahmen des Tagesordnungspunktes 9 (Sonstige Informationen, Anfragen, Anregungen) ansprechen und setze auf klärende Antworten von Josten. "Und ich hoffe, dass viele Apenburger morgen zur Sitzung kommen und das verfolgen", meinte Joachim Rieseberg.