Mit 22 aktiven Kameraden hat die Bornsener Feuerwehr nach wie vor eine schlagkräftige Truppe. Doch gesucht wird noch immer ein Wehrleiter. Der amtierende Feuerwehrchef Markus Starck will die Aufgabe nicht dauerhaft übernehmen.

Bornsen l Für die Bornsener Feuerwehr wird 2015 ein entscheidendes Jahr. Denn noch immer hat sich niemand gefunden, der dauerhaft die Aufgabe des Wehrleiters übernehmen will. Seit Bernd Grobauer im vergangenen Jahr sein Amt zur Verfügung gestellt hat, lenkt sein Stellvertreter Markus Starck die Geschicke der Truppe. Allerdings nur kommissarisch, denn aus beruflichen Gründen will der Bornsener wieder ins zweite Glied rücken, sobald sich ein Kandidat für den Chefposten gefunden hat. Das erklärte Starck während der Jahreshauptversammlung am Sonnabend noch einmal klipp und klar.

Verbandsgemeinde-Wehrleiter Bert Juschus, der an der Zusammenkunft teilnahm, drängte die Bornsener zum Handeln. Eine feste, dauerhafte Wehrleitung sei absolut notwendig. Gebe es diese in absehbarer Zeit nicht, müsse die Verbandsgemeinde handeln. Es droht dann möglicherweise die Degradierung zur Löschgruppe von Jübar. "Das wäre schade, deshalb ziert euch nicht und übernehmt Verantwortung", rief Juschus vor allem den jüngeren Kameraden zu. Er selbst habe 1988 in einer ähnlichen Situation Führungsaufgaben in seiner damaligen Heimatwehr übernommen.

Zu Einsätzen mussten die Bornsener Kameraden im vergangenen Jahr nur zweimal ausrücken. "Beides waren technische Hilfeleistungen", berichtete Markus Starck. So galt es, eine Ölspur zu beseitigen, die sich von Bornsen bis zur Jübarer Kirche zog. Mit sechs Kameraden rückten die Bornsener aus. "Es wären noch mehr mitgekommen, aber mehr passten nicht ins Fahrzeug", erklärte der Wehrleiter. Probleme habe es lediglich mit dem Funkkontakt zur Leitstelle in Stendal gegeben, der zu diesem Zeitpunkt noch analog aufgebaut werden musste. "Wir kamen einfach nicht durch und mussten erst in Jübar am Feuerwehrhaus ranfahren, um der Leitstelle zu melden, dass wir am Einsatz teilnehmen", so Starck.

Auch beim zweiten Einsatz am 12. Dezember, bei dem ein Baum zwischen Jübar und Gladdenstedt von der Straße geräumt werden musste, gab es die gleichen Probleme. Dafür war die Einsatzbereitschaft der Bornsener erneut hoch. Neun Kameraden fanden sich nach der Alarmierung am Feuerwehrhaus ein, nur sechs konnten letztlich ausrücken.

Fahrzeug endlich mit Digitalfunk ausgerüstet

Inzwischen hat die Bornsener Wehr seit 11. Februar Digitalfunktechnik im Einsatzfahrzeug. "Jetzt kommt es darauf an, dass wir Leute in die entsprechenden Schulungen reinbekommen, die dann ihr Wissen über den Digitalfunk an die anderen weitergeben", erklärte Markus Starck. Bert Juschus wies darauf hin, dass mit dem Apenburger Tobias Süßmilch der Kreisausbilder Funk bereit steht, die Kameraden einzuweisen. "Sprecht ihn an, er kommt gern vorbei und zeigt euch alles", meinte der VG-Wehrleiter. Insgesamt funktioniere der Digitalfunk in den Wehren der Verbandsgemeinde sehr gut, Probleme entstünden größtenteils durch Bedienungsfehler. Unklar sei zudem noch, wer künftig die Netzentgelte für die Technik bezahlt. Darüber habe das Land bisher noch keine klare Aussage getroffen.

Die meisten Mitglieder sind älter als 50 Jahre

Die Bornsener Wehr hat zur Zeit 25 Mitglieder. Davon gehören 22 der aktiven Truppe an, drei machen in der Alters- und Ehrenabteilung mit. Zwar gab es mit dem umzugsbedingten Wechsel von Andy Grobauer zur Jübarer Wehr einen Abgang, dafür fanden im Februar bereits drei neue Mitglieder den Weg in die Feuerwehr. Trotzdem sei die Altersstruktur nach wie vor erschreckend, konstatierte Markus Starck beim Blick auf die Statistik. So würden gerade einmal zwei Kameraden im Alter zwischen 20 und 30 Jahren sein, fünf im Alter von 30 bis 40 und vier zwischen 40 und 50 Jahren.

Die große Masse, nämlich elf Kameraden, sind zwischen 50 und 60 Jahre alt, drei sogar über 60. "Der Nachwuchs fehlt", meinte der Wehrleiter und rief dazu auf, weiter im Ort für die Feuerwehr zu werben. Junge Leute seien genügend da, sie müssten aber direkt angesprochen und für die Mitarbeit in der Feuerwehr begeistert werden.

Neben Einsätzen und Ausbildung haben die Bornsener Kameraden 2014 auch etliche Aktivitäten für das Dorf organisiert. Markus Starck erinnerte an die gut angenommene Grünkohlwanderung im Februar nach Jübar und an das Osterfeuer, das erstmals auf dem neuen Platz hinter dem Friedhof stattfand. "Das war so gut besucht wie noch nie, es kamen bestimmt 100 Leute", freute sich der Wehrleiter.

Auf Interesse der Bürger stieß auch das traditionelle Maibaumaufstellen mit dem Erbsensuppenessen am Dorfgemeinschaftshaus. "Hier wurden wir von der Gemeinde unterstützt, die die Kosten für die Hüpfburg übernommen hatte", bedankte sich Starck. Weitere Höhepunkte waren der Fackelumzug und das Fest zum Tag der Deutschen Einheit im Oktober, das Preisskat- und -würfelturnier im Januar und das Weihnachtsbaumverbrennen. Letzteres sei dieses Jahr von den Bürgern allerdings sehr schlecht angenommen worden.

Streuwagen steht auf der Bedarfsliste

Auch den ersten Einsatz haben die Bornsener in diesem Jahr schon hinter sich. Wieder einmal musste eine Ölspur beseitigt werden, die sich vom Ort über Jübar bis hin zum Kreisel bei Gladdenstedt zog. Für künftige Einsätze dieser Art könnte die Feuerwehr einen Streuwagen gebrauchen, merkte Markus Starck an.

Für 20 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr erhielt Peter Kiupel am Sonnabend eine Ehrung. Der Bornsener ist seit 1994 dabei und organisiert auch das Preisskatturnier in Eigenregie.