Die Holzschnitzkunst von Remkerslebens Ortswehrleiter Andreas Uhde nimmt immer größere Formen und Dimensionen an. Sein jüngstes Werk: Mit seinem Kettensägen-Schwert hat er aus einer Laubbaumwurzel einen mehr als hundert Kilogramm schweren Waldgeist geschnitzt. Ein "saustarkes" Hobby, für das der 43-Jährige jede Menge Holz benötigt.

Remkersleben l Was für ein Wahnsinns-Kunstwerk! Die mannshohe Waldgeist-Figur hat Remkerslebens Ortswehrleiter Andreas Uhde aus der Wurzel einer Esche geschnitzt. Und zwar mit einer Kettensäge. "Das ist bislang meine größte Skulptur", erzählt der 43-Jährige.

"Die gigantische Wurzel einer Esche hatte er jüngst von seinem Nachbarn geschenkt bekommen. Eine glückliche Fügung. Denn das Kunstwerk war ebenfalls als Geschenk gedacht. Und so konnte der bärtige Waldgeist am Wochenende seine Reise per Radlader vom Remkersleber Hof-Atelier nach Stemmern - als Geburtstagsüberraschung für Steven Ventur - antreten. Das massive Unikat brachte, trotz das es bereits jede Menge Sägespäne gelassen hatte, immer noch mehr als 100 Kilogramm auf die Waage. "Ich alleine habe die Figur auf der Palette nicht mehr bewegt bekommen", gesteht Andreas Uhde, der von seiner Statur selbst ein Baum von einem Mann ist.

Das Kunsthandwerk gelernt hat der Remkersleber übrigens beim "Sauensäger" höchstpersönlich. "So lautet der Künstlername von Andreas Martin, eben besser bekannt als Sauensäger. Er bietet im Erzgebirge verschiedene Motto-Schnitzkurse für die Kettensäge an", erklärt Uhde, der bereits zwei Kurse "auf dem Kerbholz" hat. Seinen ersten Holzkunst-Lehrgang hatte er im April 2012 zum Thema "Eule" besucht. Seither thront vor seinem Haus in Remkersleben in zirka fünf Meter Höhe eine aus Eichenholz geschnitzte Eule auf einem Tannen-Stamm. Sein Erstlingswerk, merkt er an.

Seinen zweiten Kunstkurs absolvierte er beim Sauensäger im Vorjahr. Dieses Mal zum Thema Adler.

Den ersten Gutschein für jenen dreitägigen "Sauensäger"-Kurs im Erzgebirge hatte ihm übrigens seine Liebste, Doreen Lauenroth, 2011 zu seinem 40. Geburtstag geschenkt, nachdem er seine künstlerische Ader bereits vor ein paar Jahren beim Kettensägenschnitzen von Pilzfiguren und Pflanzenkübeln entdeckt hatte.

Mit dem kreativen Schnitz-Virus hat er sich dann endgültig im Erzgebirge infiziert. Mittlerweile besitzt der 43-Jährige, der seit 1991 als Berufsfeuerwehrmann in der Magdeburger Wache Süd von je her im Arbeitsalltag schon häufig mit Kettensägen zu tun hat, acht von diesen motorisierten Schwertern. Doch mit der Technik allein kann er seine Schnitzkunst nicht trainieren. Wie im jüngsten Waldgeist-Wurzel-Glücksfundstück benötigt er für sein "saustarkes" Hobby jede Menge Holz. "Hat man einmal mit dem Schnitzen angefangen, muss man am Ball bleiben", sagt der junge Familienvater, der sich jederzeit über geeignete Holz-Angebote aus der Börde freuen würde.

Denn mittlerweile steht er mindestens zweimal in der Woche in seiner kleinen Werkstatt, um hier "herumzusauen".

Die Waldgeist-Figur hatte er übrigens anfangs mit einer Schnittlänge von 90 Zentimetern "ausgeklotzt". Mit diesem Begriff bezeichnet der Holzkünstler das grobe Aussägen der Figur. Die finalen Feinschliffarbeiten würden dann mit einer 30 oder 40 Zentimeter langen Schnitz-Schiene besser von der Hand gehen. "Umso kleiner der Radius des Schwertes ist, desto besser lässt es sich zum Schnitzen durch das Holz führen", erklärt er. Das charismatische Gesicht des Waldgeistes hatte der kreative Kopf mit einem Wachsstift als Hilfslinien vorab auf den Stamm aufgezeichnet. Die verschlungenen Wurzelausläufer bilden von Natur aus den Bart.

Rund 20 Arbeitsstunden stecken so in dem einzigartigen Geburtstagsgeschenk. Und auch der urige Waldgeist trägt die Künstlerinitialen "AU", als Signatur dafür, dass es sich bei der Skulptur auch um einen "echten Uhde" handelt.

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