Osterburg l Der seit Jahren leerstehende Bahnhof wird zur Freude der Stadt und vieler Einwohner seit Mitte des Vorjahres einer Sanierungskur unterzogen. Bei der Sanierung des ortsbildprägenden Gebäudes orientiert sich der Planer am 1902 errichteten Original. Das Hauptportal und die Seiteneingänge sollen Türen nach altem Vorbild erhalten. Auch das Innenleben der Immobilie, die Ende 2012 von einem Unternehmer aus Wittenberge erworben wurde, gestaltet sich nach den vorgefundenen Räumlichkeiten: Das historische Konzept mit im Obergeschoss befindlichen Wohnungen und einer Gaststätte im Erdgeschoss wird in modifizierter Form wieder aufgegriffen und soll den Bahnhof wieder aus seinem Dornröschenschlaf wecken.

Allerdings, so schränkt Architekt Peter Zimmermann ein, wird der Ursprungszustand nicht zu 100 Prozent wiederhergestellt. Der Osterburger, der sich auch an historischen Aufnahmen orientiert, verweist darauf, dass die ursprünglichen, einfach verglasten Fenster mit vielen Sprossen in den 1970er Jahren durch modernere DDR-Fenster ersetzt wurden. "Der Einbau von historisch korrekten Einfachfenstern anno 1902 wäre heute auf Grund der sehr hohen Heizenergieverluste nicht mehr zumutbar." Die extrem hohen Wärmekosten würden den Einbau nicht rechtfertigen. Nunmehr sind denkmalgerechte, neue Holzfenster mit energiesparender Verglasung und moderaten Teilungen vorgesehen. "Wir liegen im Zeitplan", sagt Peter Zimmermann, der es als realistisch einschätzt, wenn das Vorhaben zum Ende dieses Jahres abgeschlossen wird.

Das markante Gebäude, in dem bis etwa Mitte der 90er Jahre noch der Fahrkarten-Verkauf über die Bühne ging, schmückt sich bereits mit neuen naturroten Tondachziegeln, die die alte unansehnliche Betonsteindeckung ersetzten. Die zu größten Teilen aus Backstein, aber auch aus geputzten Flächen bestehende Fassade ist in keinem allzu schlechten Zustand.

Wohnungen, Arztpraxis und gastronomische Einrichtung

Sie wurde gereinigt, kleine Schäden ausgebessert und die sichtbaren Mauerwerksfugen mit neuem Mörtel versehen.

Im Inneren des Gebäudes wurden schadhafte Sanitär-Installationen ausgebaut, verschlissene Tapeten und defektes Mobiliar entfernt und entsorgt. An den Räumlichkeiten hat sich dagegen nichts geändert. Die Pläne des Eigentümers lehnen sich stark an die früheren Nutzungsformen an. Über die Eingänge am Nord- und Südflügel und die dort befindlichen Treppenhäuser erreichen die späteren Mieter die Wohnungen in der oberen Etage; vier sollen entstehen.

Im unteren Bereich soll eine gastronomische Einrichtung beherbergt werden. So ist es jedenfalls vorgesehen. Und auch dies prägte in der Vergangenheit diesen Standort: Bis Anfang der 90er Jahre zog eine Gastwirtschaft, die sogar über einen Biergarten verfügte, ihre Kunden an. Neu ist hingegen der Plan für die ehemaligen Personalräume der Bahn, die sich im Südflügel des Gebäudes befanden. Für diesen Bereich könnte sich der Investor eine Arztpraxis oder Büroräume vorstellen.

Nach der Winterpause soll es mit den Arbeiten noch in diesem Monat weiter gehen. Peter Zimmermann rechnet in den nächsten Tagen mit dem Eingang der denkmalrechtlichen Genehmigung für die Türen und Fenster.