Osterburg (nim) l Bei der Erschließung ihres Territoriums mit einem leistungsfähigem Breitbandnetz nimmt die Einheitsgemeinde Osterburg mit Blick auf das gesamte Bundesland Sachsen-Anhalt eine Vorreiterrolle ein.

Doch gänzlich fleckenlos ist die Bilanz nicht. Denn während das Gros der Einwohner aus den Dörfern sich in hoher Geschwindigkeit mit bis zu 50 MBit/s auf der Datenautobahn im weltweiten Web bewegen kann, hecheln viele Haushalte der Kernstadt und des Ortsteiles Zedau deutlich hinterher.

"Sicher sind diese beiden Orte derzeit noch unsere Achillesferse in Sachen Internet", bestätigte Anke Müller, Leiterin des Amtes für Verwaltungssteuerung und Demografie, auf Nachfrage der Volksstimme. So gebe es in der Biesestadt zwar einige Bereiche und Gegenden, in denen die Bewohner immerhin auf Leitungen mit bis zu 15 MBit/s zurückgreifen könnten. Andere Straßenzüge müssten dagegen mit gerade einmal zwei oder drei MBit/s auskommen.

Einflussmöglichkeiten sind eher gering

Dementsprechend sei es ein erklärtes Ziel der Einheitsgemeinde Osterburg, sowohl für die komplette Kernstadt als auch für das ebenfalls von quälend langsamen Anschlüssen betroffene Zedau ein leistungsfähiges Breitband einzurichten. Die Kommune befinde sich dazu bereits in Gesprächen mit der Telekom, informierte Anke Müller. "Und wir hoffen natürlich darauf, dass diese Erschließung schnellstmöglich in die Tat umgesetzt wird", fügte sie hinzu.

Große Möglichkeiten zur Einflussnahme auf die Planungen des Kommunikations-Riesen hat die Einheitsgemeinde indes nicht. Denn im Gegensatz zu den bereits umgesetzten Investitionen im ländlichen Raum, für die die Stadt erfolgreich Fördergelder akquirierte, wäre eine Erschließung der Kernstadt allein Unternehmenssache.

Soll heißen: Osterburg muss zwar keine Mittel für den Aufbau eines leistungsfähigen Breitbandnetzes im Stadtgebiet sowie in Zedau beisteuern. Wann die Telekom in die Aufrüstung ihres kabelgebundenes DSL-Angebotes in der Biesestadt investiert und ob das Unternehmen das in der näheren Zukunft tatsächlich als sinnvoll erachtet, bleibt aber ausschließlich ihren wirtschaftlichen Überlegungen geschuldet.