Düsedau (ama) l Rundes Jubiläum 2015 hin oder her. Elke Schieske aus Dresden und Eduard Endler aus Stendal organisierten das Wiedersehen des Einschulungsjahrgangs 1955 der Grundschule Goldbeck jetzt schon. Am Sonnabend trafen sich die einstigen Goldbecker im Altmarkhotel in Düsedau.

"2015 hätten wir zwei Jubiläen feiern können: 1965 machten wir an der Zentraloberschule in Goldbeck unseren Abschluss", klärte Schieske auf. Nach 20 Jahren hatte sie das erste Treffen mit Endler in Goldbeck organisiert. Man feierte im 5-Jahres-Rhythmus Wiedersehen, jedes Mal woanders. Die Masse der Leute war im Landkreis Stendal geblieben. Die Auswärtigen in der Runde kamen aus Magdeburg, Rostock, Fulda, Berlin und eben Dresden. 13 Mädchen und Jungen wurden damals eingeschult. Da die Schüler aus Eichstedt, Iden und Baben später dazugehörten, gab es schließlich sogar zwei Klassen.

Die weiteste Anreise hatte am Sonnabend Sigrid Appelt, geborene Günther, die mit Mann und Wohnmobil 446 Kilometer von Hessen bis in die Altmark zurücklegte. Am kommenden Wochenende feiert ihr Mann in Köthen goldene Konfirmation, dazwischen geht´s hoch nach Rügen. Das Paar zog es schon vor der Wende "rüber", ganz offiziell mit Ausreiseantrag, weil der Bruder ihres Mannes in Hessen wohnte. Die Abschlussklassenfahrt des Jahrgangs führte nach Boltenhagen, woran sich alle immer gern erinnern.

Als ausgebildete Kriminalistin war es für Elke Schieske ein leichtes, mit ihren ehemaligen Klassenkameraden in Kontakt zu treten. Der Beruf habe sich in der Militärstaatsanwaltschaft Berlin einfach ergeben, erzählte Schieske, die skandinavische Krimis weit glaubwürdiger findet als deutsche. In dem Diplomingenieur für Prototypenbau, Eduard Endler, der die Internetseite der Klasse pflegt, hatte sie den idealen Mit-Organisator. Wie in den Jahren zuvor gab es selbst gebackenen Kuchen von vier Klassenkameraden. 27 Teilnehmer standen auf dem Plan. Es seien ja alle in Rente inzwischen, merkte Endler an. "Die ersten Klassentreffen waren gar nicht so leicht zu organisieren. Über den Fleischer wurde kaltes Büfett bestellt. Man musste Nerven und Beziehungen haben", erinnerte sich Schieske.

In der Runde war als einziger Lehrer Hannes Bethge aus Osterburg mit von der Partie. Klassenlehrer Josef Teichert, mit dem er guten Kontakt pflegte, musste wegen Krankheit passen. "Ich war nur fünf Jahre in Goldbeck Lehrer für Geographie und Geschichte, bevor ich nach Osterburg ging, und werde immer wieder eingeladen", staunte Bethge. "Er war einer der besten Lehrer, weil er Ruhe in den Unterricht brachte, und einer, der sich durchsetzen konnte. Außerdem hat er unglaublich viel Wissen vermittelt", lobte Reinhard Völz am Sonnabend. Beim Kaffeetrinken und Abendbrot brachte sich die Klasse auf den neuesten Stand.