Das Gehwegnetz im Osterburger Altneubaugebiet weist viele schadhafte Stellen auf. Bis auf die Reparatur besonders gefährlicher Stolperfallen gehts den Problembereichen aber vorerst nicht an den Kragen.

Osterburg l Die Wohnhäuser sind aufgehübscht, jüngst wertete die Fertigstellung eines alten- und behindertengerechten Projektes an der August-Bebel-Straße das Quartier des Altneubaugebietes weiter auf. Doch die Infrastruktur zwischen den Gebäuden weist erhebliche Mängel auf. Das Problem ist unter den Osterburger Kommunalpolitikern längst bekannt. Doch bis auf Reparaturarbeiten, die die gröbsten Dellen ausbügelten, investierte die Biesestadt nicht in das Wegenetz, größere Maßnahmen blieben aus.

Reparaturarbeiten in der Karl-Liebknecht-Straße?

Anfang diesen Jahres tat sich am Horizont ein Hoffnungsschimmer auf. Da wurden Überlegungen andiskutiert, für das Altneubaugebiet ebenso wie für das Quartier An der Golle Wegekonzepte in Auftrag zu geben. Mittels dieser Untersuchungen wollte die Stadt in Erfahrung bringen, welche Bürgersteige tatsächlich auf Vordermann gebracht werden. Denn nach dem Rückbau von Wohnungen, der in den zurückliegenden Jahren in beiden Quartieren vollzogen wurde, hat sich der Sinn einiger Gehwege erledigt. Für diese kaum noch genutzten Bürgersteige müsste die Stadt auch kein Geld für Erneuerungsarbeiten in die Hand nehmen, dort könnte auf längere Sicht eher ein Rückbau auf der Agenda stehen.

Trotzdem die Idee eines Wegekonzeptes allgemein auf Unterstützung schien, liegt ein entsprechendes Papier bis zum heutigen Tag noch nicht in der Osterburger Verwaltung vor. Nach Angaben von Siegfried Bartels aus dem Bauamt der Einheitsgemeinde ist offenbar noch nicht abschließend geklärt, wie das Konzept finanziert und ob dabei eventuell auch auf Fördergelder zurückgegriffen werden könnte. Größere Erneuerungsarbeiten an den Bürgersteigen seien in diesem Jahr aber ohnehin nicht mehr zu erwarten, fügte der Bauamts-Mitarbeiter unter Verweis auf die angespannte Finanzsituation der Einheitsgemeinde hinzu. Denkbar seien für 2014 lediglich noch Reparaturen auf einem Gehweg-Teilstück an der Karl-Liebknecht-Straße, der aktuell unter ganz besonders gravierenden Stolperfallen leidet.

Am desolaten Zustand der meisten Gehwege ändert sich vorerst wohl nichts, zumindest unter Osterburgs Kommunalpolitikern dürfte die marode Infrastruktur in den Neubaugebieten aber erneut thematisiert werden. Das kündigte Klaus-Peter Gose (CDU) gegenüber der Volksstimme an. Aufgrund entsprechender Förderprogramme sei es zwar verständlich, dass sich die Kommune in den zurückliegenden Jahren auf Vorhaben in der Innenstadt konzentriert habe. Auch sei der finanzielle Spielraum der Einheitsgemeinde eher begrenzt. "Das Altneubaugebiet sowie das Quartier An der Golle dürfen aber trotzdem auf keinen Fall vergessen werden", forderte der Osterburger Ortsbürgermeister ein.

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