"Heavy Classic" hieß es am Freitagabend in der Reihe "Töne und Tropfen" im Kavaliershaus Krumke. "Es wird aber kein Heavy Metal", kündigte Gitarrist Malte Vief an.

Osterburg l Der gebürtige Ostfriese hält es mit klassischer Musik, die ruhig mal ein bisschen rocken darf.

Seine erste Gitarre bekam Malte Vief im Alter von elf Jahren zu Weihnachten. Von seiner Schwester und seiner Mutter lernte er die ersten Griffe, dann war alles klar für ihn. Bei Bremen aufgewachsen studierte er in Hamburg erst einmal fünf Jahre Klassische Gitarre. In Dresden schloss er sechs Jahre Akustische Gitarre und Weltmusik an. "Beides Elbe, aber sehr verschieden", bemerkte er schmunzelnd. Norddeutsch fühlt er sich in jedem Fall. Zu Schulzeiten probierte er sich in Bands, spielte auch mal Klavier und Geige. Sein liebstes Instrument war die Gitarre. Mit Konzerten fing er schon während des Studiums an, "sonst schafft man den Übergang nicht."

Den hat er geschafft, Vief ist solo, im Duo und Trio unterwegs. "Die Fahrerei ist anstrengend", gab der 35-Jährige zu. Zweieinhalb Stunden gehen noch, findet er. Dann wird´s kräftezehrend. Zu Hause ist er seit vier Jahren in Leipzig mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen. Als Musiker führe er sonst ein Luxusleben, denn seine Arbeit macht ihm Spaß, mal abgesehen von den 30 bis 40 Prozent Büroarbeit, die sein müssen, um Konzerte zu organisieren.

Beim Lesen und Komponieren kann er entspannen, eigene Kompositionen sollten auch die Gäste in Krumke erleben. Das letzte Buch las der Wahl-Leipziger allerdings vor zwei Jahren. Er kam einfach nicht dazu. Immerhin: "Alles, was man erlebt, geht irgendwie in die Musik ein", so der leidenschaftliche Gitarrist. "Ich habe als Kind sehr viel Musik gehört, und meine Mutter hat sehr viel mit uns gesungen. Das war prägend", erzählte der Künstler weiter.

Wenn Rockmusik, dann Deep Purple Co

Wenn er als Jugendlicher Rock einlegte, wählte er Deep Purple, obwohl er sich nicht auf eine Lieblingsband festlegen möchte. In die Altmark hat es Malte Vief übrigens nicht zum ersten Mal verschlagen. In Tangermünde und Tangerhütte war er schon aufgetreten, und nur Gutes hatte er von Musikerkollegen über Krumke gehört. Aufmerksam lauschten die Zuhörer am Freitag den Musikstücken, bei denen der Künstler zwischen drei Gitarren wechselte.

Die ersten Stücke waren seinen Söhnen Birk und Veit gewidmet. Bravo-Rufe wurden bei den Titeln "Glas und Stahl I und II" laut. Anschließend kündigte Malte Vief etwas Intimes, Gewaltiges an - ein persönliches Wiegenlied. Aber er mag auch den Stil des 16. Jahrhunderts. Nach seinem Lieblingslied von John Dowland ("Prelude") stellte er seine eigene Interpretation alter Renaissance-Musik vor. Natürlich durfte für den großen Skandinavien-Fan die "Nordische Elegie" nicht fehlen, in der die Erinnerung an viele Reisen mitschwang.

Auf drei CDs hat er seine Arbeiten veröffentlicht. Zuletzt wurde Malte Vief 2014 als Komponist beim Indie International Songwriting Contest in der Kategorie "Instrumental" mit dem 1. Platz ausgezeichnet (wie 2011). Bereits zu Studienzeiten erhielt er einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" in Dresden, ist auf seiner Internet-Seite nachzulesen. Davon erwähnte er im Kavaliershaus Krumke kein Wort. Dort ließ der bescheidene Künstler allein seine Gitarre für sich sprechen.

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