Der gestrige Lehrer-Streik in Magdeburg wirkte sich auf den Unterrichtsalltag an den Bildungseinrichtungen der Einheitsgemeinde Osterburg aus. Etliche Lehrkräfte, aber auch Schüler blieben vom Unterricht fern.

Osterburg/Flessau l Großes Improvisationstalent war gestern am Osterburger Markgraf-Albrecht-Gymnasium (MAG) gefragt. Acht Lehrer blieben wegen des Streiks in Magdeburg vom Unterricht fern, weitere sieben sind derzeit krankgeschrieben. "Wir haben den Unterricht insgesamt in die Vormittagsstunden verlegt", sagte Schulleiterin Elke Hein. Aber was ausfiel, fiel aus.

Gymnasium will kein Streikbrecher sein

Abgesehen davon, dass verbeamtete Lehrer den Unterricht nicht vertreten dürfen, habe die Schule die Streikbemühungen durch Vertretungen auch nicht ad absurdum führen wollen. So sei der Tag doch für alle eine gewisse Aufregung geblieben. "Die Betreuung für die unteren Klassen ist natürlich gewährleistet", äußerte Elke Hein. So wie in der Klasse 5d, wo Deutsch- und Ethiklehrerin Ina Paelke die Beschäftigungszeit dafür nutzen, mit den Kindern den Tag der offenen Tür am 21. März vorzubereiten. "Die Kinder sollen ihre Schule bewerben", sagte Paelke. Mit viel Papier, Klebstoff und Stiften gestalteten die Mädchen und Jungen farbenfrohe Plakate.

Etwas überrascht zeigte sich Osterburgs Sekundarschulleiter Volker Bütow schon, dass gestern nur rund ein Zehntel der Schülerschar am Unterrichtsgeschehen teilnehmen wollte. 30 Kinder und Jugendliche hauchten dem Gebäude etwas Leben ein.

In der Förderschule sind alle an Bord

Unter anderem waren auch Zehntklässler dabei, die den planmäßigen Mathematik-Unterricht fortsetzten. Andere wiederum, wie die Akteure des Chores, probten. "Wir hatten die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld informiert, dass wir nach Möglichkeit Unterricht abhalten. Falls das nicht gehen würde, erfolgt eine Betreuung", äußerte Bütow zum gestern angesetzten "Fahrplan".

In der Osterburger Förderschule "Anne Frank" lief alles wie gehabt. "Bei uns läuft ganz normaler Unterricht", sagte Gudrun Christofzik aus dem Schulsekretariat auf Nachfrage. Bis auf die Schüler, die aus Krankheitsgründen dem Unterricht fern blieben, waren alle anderen an Bord. Auch aus dem Pädagogen-Team wurden kaum Ausfälle gemeldet.

In Flessau stellte sich der aus vier Lehrern bestehende Notdienst dagegen auf Ausfälle der Kinder ein. Allerdings kamen noch über die Hälfte der Erst- bis Viertklässler zur Grundschule. Ines Giesecke zählte 51 von in diesem Schuljahr betreuten 93 Mädchen und Jungen, die am Mittwochvormittag in vier Klassen aufgeteilt wurden. "Wir haben gespielt, gemalt und gebastelt." In einem Brief erhielten die Eltern die Nachricht, dass aus personellen Gründen der Unterricht nicht abgehalten werden kann. Aber die Flessauer Einrichtung garantierte eine Betreuung. Und auch dieser etwas andere Unterrichtstag gefiel der teilnehmenden Schülerschar.

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