Stresow (ama). Martin Hille schaute zufrieden in die Runde, als er sich anlässlich des Feuchtgebietstages Ramsar 17 interessierten Altmärkern gegenüber sah. Treffpunkt war am Sonnabend die Gedenkstätte in Stresow.

"Ich war schon öfter dabei, aber selten, wenn die Wanderungen schon morgens los gingen", erzählte Gudrun Patitz aus Osterburg. Dass der Zuspruch am Nachmittag größer ist, weiß auch Martin Hille, der in der Naturwacht im Biosphärenreservat Mittelelbe tätig ist.

"Wir feiern praktisch 40 Jahre Ramsar", erklärte der Experte. Am 2. Februar 1971 wurde in Ramsar im Iran der Grundstein für das Übereinkommen gelegt, Feuchtgebiete unter Naturschutz zu stellen. 1975 trat die Konvention in Kraft. Seit Jahren treffen sich die Vogelfreunde und Ornithologen an diesem Tag, um unter anderem Wasser- und Watvögel zu beobachten. Die Wanderung am Sonnabend führte nun entlang der Elbtalaue zwischen Wrechow und Garbe. Stock- und Schellenten, Gänsesäger und Schwäne erwartete Hille, mit dem Fernglas zu entdecken. Er sollte Recht behalten. Die angekündigten Vogelarten waren schnell ausfindig gemacht.

Das Gebiet, in das die Vogelkundler eintauchten, erstreckt sich von der Aland-Elbe-Niederung über die Elbtalaue bis Jerichow und umfasst eine Fläche von 8605 Hektar. "Das zweite Ramsar-Gebiet in unserer Nähe ist die Untere Havelniederung", erzählte Martin Hille. Insgesamt 34 Ramsar-Gebiete gibt es in Deutschland. Doch die Zuhörer erfuhren auch Erschreckendes: "Früher waren 4,2 Prozent der Landflächen Moore. Heute sind von den damaligen Mooren gerade einmal zehn Prozent erhalten."

Das diesjährige Motto soll darauf aufmerksam machen, dass Gehölze am Wasser Lebensräume schaffen - es heißt: "Wald für Wasser- und Feuchtgebiete".