Das Hochwasser im ersten Monat des Jahres hat Spuren hinterlassen – auch in der Hansestadt Seehausen. Bürgermeister Ewald Duffe, zog gegenüber der Volksstimme eine Bilanz.

Seehausen. "Das Hochwasser in diesem Jahr barg für unsere Hansestadt ein Gefahrenpotenzial", begann Duffe seine Ausführungen. Zwar seien die Elbdeiche ausgebaut und eigentlich sicher. Trotzdem kam es zu kleinen Qualmstellen, Wasser drückte unterm Deich durch. Allerdings hielt sich die Gefahr in Grenzen, weil sie früh erkannt wurde und dementsprechend vorgesorgt worden war.

Familie Königsmann traf es am härtesten

"Für mich als Bürgermeister der Hansestadt war das Hochwasser deshalb eine neue Situation, da ich zum ersten Mal aufgrund der Deichanlieger-Ortsteile für gut 30 Kilometer Deich verantwortlich war", merkte Duffe an. Das Gebiet erstreckte sich über die Flächen von Neukirchen bis fast nach Wahrenberg. Besonders heikel war die Situation durch den extrem hohen Wasserstand im Aland, der zeitweise höher lag als der der Elbe. Wenngleich viel Wasser abfließen konnte, staute es relativ hoch nach Seehausen zurück. Und so mussten auch die Alanddeiche intensiv kontrolliert werden, fasste der Bürgermeister zusammen. In der Hansestadt selbst standen wegen des hohen Grundwasserspiegels und des Hochwassers trotz Abpumpen unzählige Keller unter Wasser. Ein großes Problem stellte zum Beispiel das Grundstück der Familie Königsmann in der Mühlenstraße dar, das in der Stadt am tiefsten liegt. Obwohl die Feuerwehr mit vollem Einsatz und freiwilligen Helfern einen provisorischen Damm aus Sandsäcken um das Gebäude errichtete, stand und steht dort das Wasser. In der vergangenen Woche wurde das Grundstück erneut besichtigt und über Lösungsvarianten mit einer dauerhaft höheren Deichanlage am Umfluter beraten. "Dazu müssen aber erst die Eigentumsverhältnisse geklärt werden", gab Duffe zu bedenken.

Allen Helfern, die Tage und Nächte Elb- und Alanddeiche bewacht haben, gilt der Dank des Bürgermeisters. Täglich waren über 100 Personen im Einsatz. Außerdem wurden auf dem Feuerwehrgelände in Seehausen über 10000 Sandsäcke befüllt. Die Seehäuser Feuerwehr mit ihren Ortsteilen war ebenso in Aktion wie die Feuerwehren der Altmärkischen Höhe, darüber hinaus Schüler des Gymnasiums sowie Vertreter der Lebenshilfe und sämtliche Ein-Euro-Jobber, um nur einige zu nennen. Des weiteren hatte wiederholt der Tatraclub Seehausen mit seinen Fahrzeugen Sandsäcke zu den betroffenen Ortschaften der Gemeinden Aland und Zehrental transportiert. "Meinen persönlichen Dank allen genannten und nicht genannten freiwilligen Helfern", so Ewald Duffe.

Während des Hochwassers, berichtete der Bürgermeister, habe er in Seehausen mit Staatssekretären und Landtagsabgeordneten über die ernste Lage gesprochen. "Es ist wichtig, dass in der Landesregierung und in den Ministerien Schlussfolgerungen gezogen werden, um die geplanten notwendigen Baumaßnahmen zu realisieren", betonte Duffe. "Und den Rückstau über Seege und Zehrengraben durch entsprechende Anlagen zu sichern, auch wenn das nicht direkt Seehausen betrifft", fügte er hinzu. Denn dort habe es viele Landwirte hart getroffen.

"Aland noch immer zu schlecht beräumt"

Abschließend resümierte der Bürgermeister, "dass wir wieder einen erhöhten Wasserstand im Aland zu verzeichnen haben und durch hohes Grundwasser von Nässe betroffen sein werden." Seiner Ansicht nach ist der schlechte Abfluss des Alands aufgrund von Verlandung und Bewuchs das Hauptproblem. Die Verantwortlichen habe er wie im Vorjahr auf die notwendige Beräumung aufmerksam gemacht. "Der Aland als Vorfluter müsste im Unterlauf intensiver grundgeräumt werden, damit das Wasser aus den Gewässern zweiter Ordnung abfließen kann. Ich bin an der Biese in Falkenberg aufgewachsen. Ich weiß, wovon ich rede", betonte Ewald Duffe.