Die Mitglieder des Osterburger Bauausschusses haben sich am Montagabend einstimmig für die Aufstellung eines vorgezogenen Bebauungsplanes für ein Gelände am Mühlenberg ausgesprochen. Dieser Plan ist notwendig, damit auf dem Standort eine Pflegeeinrichtung entstehen kann, die sich ganz besonders an Demenz erkrankten Menschen widmen möchte. Zwei Investoren beabsichtigen den Bau eines entsprechenden Heims in der Biesestadt.

Osterburg. Folgt der Stadtrat während seiner Sitzung am 12. Mai der Empfehlung des Bauausschusses, für eine 15000 Quadratmeter große Fläche am Osterburger Mühlenberg (hinter dem DRK-Altenpflegeheim) einen vorgezogenen Bebauungsplan zu erstellen, könnten die Weichen für den Neubau einer Pflegeeinrichtung gestellt sein, die die beiden Investoren, Nancy Zimzik und Christoph Richter aus Stendal, am nördlichen Osterburger Stadtrand errichten wollen.

Hauptgrund der Investition in der Biesestadt sei, dass die Anzahl entsprechend spezialisierter Stätten zur Betreuung demenzkranker Einwohner in der Region Osterburg aktuell schon zu gering sei. Und der Bedarf steige zukünftig aufgrund der veränderten Altersstruktur noch an, heißt es in einem Schreiben der Investoren, das den städtischen Bauausschussmitgliedern am Montagabend vorlag.

Neben einem auf acht bis zehn Plätzen veranschlagten Angebot zur Tagesbetreuung soll das Heim hauptsächlich auf die stationäre Betreuung demenzkranker Menschen ausgelegt sein. Das Gebäude, das eine Klinkerfassade und eine rötlich eingedeckte Satteldachkonstruktion erhalten soll, könnte insgesamt 48 Pflegeplätze in Einzelzimmern beherbergen. Diese Plätze gliedern sich nach dem Konzept der Investoren in insgesamt vier Gruppen zu jeweils maximal zwölf Bewohnern auf, um auf diese Weise für eine persönliche und familienähnliche Atmosphäre für die Betreuten zu sorgen. In dem in Form einer nach oben offenen Wabe geplanten ebenerdigen Gebäude sollen zudem ein Mehrzweckraum sowie ein Café entstehen.

Auf dem Gelände sind schließlich auch ein Garten sowie ein Kinderspielplatz angedacht. Letzterer könnte nach den Planungen der Investoren auch dazu verhelfen, die Verbindung zwischen alt und jung aufrechtzuerhalten und Kinder dazu zu animieren, ihre dort betreuten Großeltern zu besuchen. Eine Überlegung, die zudem den offenen Charakter der Stätte betonen soll. Um das Pflegeheim möglichst gut in das städtische Leben zu integrieren, planen die Investoren zudem Kooperationen mit anderen Einrichtungen wie Kindergärten, Vereinen, Ergotherapeuten oder Physiotherapien.

Durch die Einrichtung würden in der Biesestadt auch neue Arbeitsplätze entstehen. In ihrem Schreiben gehen Richter und Zimzik von 24 Stellen aus, die unmittelbar in dem Pflegeheim geschaffen werden sollen.

Bauausschussmitglied Rainer Moser (SPD) signalisierte schon vor der Abstimmung seine Zustimmung zu den Plänen der beiden Investoren. "Der Bedarf für eine Betreuung demenzkranker Menschen ist ganz sicher vorhanden", schätzte er ein. Ähnlich äußerte sich Hagen Portele (Die Linke). "Diese Investition kann man nur begrüßen", sagte er. Moser und Portele lagen damit auf einer Wellenlänge mit sämtlichen Bauausschussmitgliedern.

Mit acht Ja-Stimmen sprach sich das Gremium einstimmig für die Aufstellung eines vorgezogenen Bebauungsplanes aus, um den Weg für die Errichtung des Pflegeheims freizumachen.