Der Dachstuhl des Speisesaals des Landesbildungszentrums in Tangerhütte ist defekt. Bereits am Mittwoch der vergangenen Woche waren Mitarbeitern Risse in der Decke aufgefallen. Kinder, die eigentlich gerade zu Mittag essen sollten, wurden in anderen Räumen verpflegt. Zwei Brettnagelbinder sind gebrochen, stellten Fachleute fest. Ursache ist wahrscheinlich heftiger Wind.

Tangerhütte. "Zunächst sind mir nur einige kleine Risse aufgefallen", sagt Ilka Görsch, Verwaltungsleiterin des Landesbildungszentrums in Tangerhütte. Es war Mittwoch kurz vor der Mittagszeit, die Kinder sollten gleich ihr Essen bekommen. "Ich habe meine Beobachtung sofort beim Landesbetrieb Bau in Stendal gemeldet", berichtet sie weiter. Das sei so gegen 11 Uhr gewesen. Vorsichtshalber haben die Kinder dann schon ihr Essen in Ausweichräumlichkeiten eingenommen. "Gegen 13 Uhr waren die Fachleute vor Ort."

Anschließend sei der Speiseraum gesperrt worden. Peter Ebneter, Leiter der Stendaler Niederlassung des Landesbetriebes Bau, sagt: "Wir haben das von Sonderfachleuten überprüfen lassen. Es stellte sich heraus, dass in der Deckenkonstruktion des Flachbaus zwei Brettnagelbinder gebrochen sind, und zwar an deren unterer Seite." Diese Bauteile sind noch aus dem Jahr des Erstbaus des Gebäudes, mittlerweile rund 35 Jahre alt. Für die Untersuchung des Schadensausmaßes wurden Löcher in die Deckenverkleidung geschnitten (siehe großes Bild).

Gutachter werden Statik beurteilen

"Daraufhin erfolgte natürlich sofort die Sperrung", sagt Ebneter weiter. "Die Decke wird momentan von Stützen gehalten, damit sie nicht weiter absinken kann."

Was den Bruch bei dem erst 2005 renovierten Flachbau ausgelöst hat, ist indes noch nicht genau ermittelt. "Wir gehen davon aus, dass es sich um starke Witterungseinflüsse aus den vergangenen Wochen handelt, die diesen Schaden hervorgerufen haben", sagt Peter Ebneter. "Wind", präzisiert er auf Nachfrage. Doch diese Annahme lasse sich bislang noch nicht durch gesicherte Erkenntnisse untermauern.

"Momentan lassen wir Gutachten erstellen. Unter anderem ein Holzschutzgutachten und ein Gutachten über die Statik. Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Erst danach können geeignete Gegenmaßnahmen eingeleitet werden."

Wie lange der Speisesaal für die Schüler des Landesbildungszentrums gesperrt bleiben muss, sei derzeit noch völlig offen. "Und natürlich kann ich heute auch noch keinerlei Angaben zu den Kosten machen, die der Bruch der Brettbinder nach sich ziehen wird", so Peter Ebneter gestern im Gespräch mit der Volksstimme.

Ilka Görsch ist froh, den Schaden rechtzeitig entdeckt zu haben: "Zum Glück ist keinem Kind etwas passiert, alle sind wohlauf und bester Dinge." Die im Wohnheim der Schule untergebrachten Kinder essen nun in ihrer Unterkunft - in den Räumen, in denen sie auch bisher schon frühstücken und zu Abend essen. Alle anderen essen in der Cafeteria, was problemlos zu organisieren sei.

Einfluss auf den Schulbetrieb habe die Sperrung des Speisesaals kaum. "Und vielleicht sieht es nach den großen Ferien ja wieder ganz normal aus", hofft Verwaltungsleiterin Görsch.

 

Bilder