Mit einem Entwicklungskonzept will die Stadt ihre Sportstätten für den demografischen Wandel und verändertes Freizeitverhalten rüsten. Obwohl es auch um Erhalt oder Schließung gehen dürfte, scheinen viele Vereine wenig Interesse an einer Beteiligung zu haben.

Salzwedel l Es ging um nichts geringeres als die Zukunft der Salzwedeler Sportstätten. Und doch kamen am Dienstagabend Vertreter von nur 5 der 32 in Salzwedel registrierten Vereine, um beim 1. Sportstammtisch 2014 über ein Entwicklungskonzept für die Salzwedeler Stadien und Hallen zu diskutieren.

"Wir wollen feststellen, ob es genügend, zu wenige oder zu viele Sportstätten in der Stadt gibt", sagte Stefan Eckl vom Stuttgarter Institut für Sportentwicklung, das den Auftrag für die Erstellung des Konzepts erhalten hat. Auch die Ausstattung und Qualität der Sportanlagen solle dabei überprüft werden. Entstehen soll bis Herbst ein Dokument, das dem Stadtrat als Entscheidungsgrundlage vorgelegt wird. Mithilfe möglichst umfassender Daten aus den Vereinen sollen die Mitglieder des Gremiums dann entscheiden, wo künftig städtisches Geld investiert wird, wo es wenig Handlungsbedarf gibt und welche Einrichtungen langfristig verzichtbar sind.

Damit es nicht zum bösen Erwachen auf Vereinsseite kommt, sind zunächst die Vereine selbst gefragt. Nach dem Erhalt eines Schreibens der Stadt sollen sie in den Wochen nach den Osterferien einen Fragebogen des Instituts von Stefan Eckl ausfüllen. Darin sollen die einzelnen Sektionen möglichst getrennt voneinander angeben, welche Einrichtungen sie wofür, wie oft und wie lange nutzen. Auch auf Fragen nach der Zufriedenheit mit den Sportanlagen und nach Verbesserungswünschen sollen sie antworten.

Vor den Mitgliedern der fünf vertretenen Sportvereine Eintracht Salzwedel, Turnverein Jahn, Henninger SV, Altmark-Dojo und Behindertensportverein machte Hauptamtsleiter Matthias Holz deutlich, wie wichtig eine hohe Beteiligung ist. "Wir hoffen auf 100 Prozent Rücklauf", sagte er. "Wenn sich Vereine trotz des Anschreibens aber nicht beteiligen würden, bräuchten sie sich nicht zu wundern, wenn sie am Ende hinten runter fallen würden.

Die Befragung der Sportvereine bezieht sich zunächst nur auf den in Vereinen organisierten Sport. Auch den nicht organisierten Freizeitsport - der im bundesweiten Schnitt immerhin zwei Drittel des Sports ausmacht - werde man aber langfristig durchleuchten. Während das Entwicklungskonzept eine Entscheidungsgrundlage für Investitionen in Sportplätze in Hallen liefern soll, spielen zudem die Bäder eine gewisse Sonderrolle. Auch für sie soll zwar der Bedarf etwa durch Schulen ermittelt werden, sagte Matthias Holz. Beispielsweise beim Hallenbad ließen sich aber allein daraus noch keine allgemeinen Schlussfolgerungen ableiten. Denn die Einrichtung werde überwiegend von Freizeitsportlern genutzt und sie ist die einzige ihrer Art im gesamten Landkreis.

Was auch immer als Ergebnis am Ende der Befragung steht. Die Rolle des Vereinssports nimmt laut Stefan Eckl bedingt durch den demografischen Wandel und einen wachsenden Freizeitsektor immer weiter ab. Angesichts knapper Kassen dürften Stadtrat und Verwaltung daher genau hinschauen, wo städtisches Geld künftig hinfließt. Der Staffelstab liegt zunächst aber noch bei den Vereinen.

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