Arendsee/Salzwedel l Die Salzwedeler Kriminalpolizei prüft derzeit, ob die am Sonntag in einer Arendseer Kleingartenanlage gefundenen Chemikalien mit den Substanzen übereinstimmen, die im März 2010 in der Seestadt gestohlen wurden. In der Anlage am Bahnhof der Seestadt fand ein Kleingärtner am Sonntag mehrere Behälter (die Volksstimme berichtete). Wie Hans Thiele, Ordnungsdezernent der Kreisverwaltung, informierte, handelte es sich um eine geschlossene Büchse mit der Aufschrift Zyankali, des Weiteren um zwei braune Apothekerflaschen, von denen die eine ein Pulver, die andere eine flüssige Substanz enthielt.

Anfang März 2010 informierte die Polizei über den Diebstahl zweier Chemikalienflaschen in Arendsee. Es handelte sich um zwei braune Apothekerglasflaschen mit schwarzem Schraubverschluss, die Substanzen in Pulverform enthielten, einmal Kaliumnitrat und einmal Kaliumcyanid. Cyanid ist giftig und schon in geringen Mengen tödlich. Es kann auch durch die Haut aufgenommen werden. Bereits eine Menge von 140 Milligramm führt bei einem erwachsenen Menschen zum Tode. Der Diebstahl wurde vor vier Jahren jedoch nicht aufgeklärt.

Die Altmark-Leitstelle in Stendal hatte am Sonntag gegen Mittag die Feuerwehren aus Salzwedel, Arendsee und den Messwagen aus Kalbe alarmiert. Insgesamt 28 Kameraden aus den drei Wehren waren am Sonntag in Arendsee vor Ort, der Einsatz dauerte drei Stunden. Die Salzwedeler Wehr barg die Behälter. Mitarbeiter des Kreis-Umweltamtes nahmen sie dort gestern Vormittag in Augenschein. Noch in dieser Woche sollen sie durch eine Spezialfirma aus Tangermünde beseitigt werden, kündigte Hans Thiele an.