Donnerstagmorgens um 9 Uhr am Arendsee: Die Männer des LeBe-Mechau-Wohnheims aus Kaulitz hacken und harken für Sauberkeit im und vorm Strandbad. Zwei Mal pro Woche sind sie im Auftrag der Luftkurort GmbH im Einsatz. Dafür dürfen sie umsonst baden gehen.

Arendsee l "Die Männer sind fleißig, zuverlässig und aufmerksam", lobte gestern Vormittag Jörg Hefekerl von der Luftkurort Arendsee GmbH die Arbeit der Bewohner der LeBe(Leben mit Behinderung) Mechau, Haus Kaulitz. Sie sind jeden Mittwoch und Donnerstag im Strandbad anzutreffen und sorgen für ein sauberes Erscheinungsbild. "Das ist wichtig und macht auf die Touristen einen guten Eindruck", so Hefekerl, der die Aufgaben auch für andere Arbeitskräfte im Strandbad einteilt.

Gerade vor Veranstaltung, wie letztes Wochenende beim Strandfest, sei das von Bedeutung.

"Wir harken das Laub beiseite, hacken das Unkraut weg und fegen die Wege", beschreibt Betreuer Stefan Trott die Anforderungen. Er betreute gestern die kleine Gruppe. Aber auch andere pädagogische Mitarbeiter wie Klaus Wolf oder Andreas Hass sind oft mit vor Ort, wenn jeweils vier bis sechs Heimbewohner im Einsatz sind. "Dieses Arbeiten und in der Öffentlichkeit wirken ist auch Teil der Therapie und wichtig für die Männer", betont Trott. Die Männer müssen sich strukturieren, an Arbeits- und Organisationsabläufe gewöhnen und miteinander agieren. Das sei für sie ein Anspruch, dem sie sich täglich neu stellen müssten. "Wir betreuen bei uns geistig behinderte Menschen zwischen 18 und 60 Jahren", sagt er.

Die leben in dem Kaulitzer Objekt, seien beteiligt an den Küchendiensten, der Betreuung der Tiere in den Ställen, Pflegediensten im Außenbereich sowie an den Arbeiten im Wald.

Zum Therapieprogramm gehört auch Einkaufen

"Im Winter machen wir Holz, räumen ansonsten in Absprache mit dem Förster gerodete Flächen auf", erläutert Trott. Auch bei der Bewältigung des immensen Schneebruchs vor zwei Jahren habe das Team auf dem Campingplatz in Arendsee geholfen.

"Die Arbeiten gehören ebenso zum Therapieprogramm wie Ergo- und Pferdetherapie", betont er. Auch die Mitwirkung in der Singegruppe, das Fußballspielen und Kegeln zählten dazu. "Und auch beim wöchentlichen Gruppeneinkauf, zu dem wir nach Salzwedel fahren, lernen unsere Schützlinge sich zu konzentrieren, auf Angebote zu reagieren und sich in die Gesellschaft einzugliedern", macht er klar.