Wer in der Hansestadt Salzwedel und deren Ortsteilen Kleider oder Schuhe nicht einfach in den Müll schmeißen will, der kann seine Utensilien in einem der 37 Sammelbehälter deponieren. Mit denen des Malteser Hilfsdienstes und des DRK sind es sogar 42.

Salzwedel l Man kennt das: Der Kleiderschrank platzt aus allen Nähten, die Jeans ist endgültig hin, der Blazer war ein Fehlkauf, das Hemd spannt um den Bauch - geht also gar nicht mehr. Doch wohin mit den Klamotten? Kleiderspenden sind eine gute Lösung, aber nur dann, wenn sie ökologisch und sozialverträglich verwertet werden. Gut erhaltene Kleidung kann von bedürftigen Menschen weiter getragen werden und die unbrauchbaren Sachen dienen als Rohstofflieferant. Sie werden zum Beispiel in der Industrie zu Dämmstoffen verarbeitet oder als Putzlappen für die Schwerindustrie aufgebraucht.

In Salzwedel stehen an mehr als 40 Stellen im gesamten Stadtgebiet und den Ortsteilen verteilt Kleidercontainer. Hinein gehört alles, was aus Stoff ist. Also zum Beispiel Woll- und Strickwaren, Bettwäsche, Tischdecken, Handtücher, Unterwäsche und Krawatten. Doch auch Schuhe, Steppdecken, Gürtel, Hüte, Stoffreste und sogar Federbetten dürfen hinein. Der Inhalt der Container wird sortiert und verwertet.

Die Entsorgung der Kleider hat die Stadt vertraglich mit Firmen geregelt, die auch für die Reinigung der Stellplätze verantwortlich sind. Im Normalfall werden die Container einmal in der Woche geleert. Reicht dieser Rhythmus wegen Überfüllung der Behälter nicht aus, dann erhöht sich die Häufigkeit der Abfuhr auf mehrere zusätzliche Termine je Woche, teilt das Salzwedeler Bürgeramt auf Anfrage mit.

Die Zusammenarbeit klappt reibungslos

Erfahrungsgemäß gibt es laut Bürgeramt mit den auf städtischer Fläche aufgestellten Altkleider-Containern wenig Probleme. Sollte doch einmal eine Verunreinigung durch die Hansestadt Salzwedel festgestellt werden, sei die jeweilige Vertragsfirma verpflichtet, diese innerhalb eines Tages nach dem städtischen Anruf zu beseitigen. Laut Bürgeramt klappt diese Zusammenarbeit in der Regel reibungslos.

Aber eben nicht immer. Vor allem dann nicht, wenn es wegen der "andauernden Unvernunft einiger Bürger" zu verstärkten und immer wiederkehrenden Verunreinigungen der Plätze kommt". Das sei laut Stadtverwaltung im Frühjahr bei Containern am Krangener Weg der Fall war gewesen. Deshalb sei "unverzüglich unsererseits ein Ortstermin mit der unteren Abfallbehörde des Altmarkkreises, der Alba beziehungsweise unserer Vertragsfirma vereinbart" worden. Dabei habe die Stadt neue Aufstellflächen in der Gartenstraße vorgeschlagen. Innerhalb von zwei Wochen seien alle Container (die mit Altglas durch den Kreis, die mit Altkleidern durch die Hansestadt) in die Gartenstraße umgesetzt und der verunreinigte Platz am Krangener Weg grundlegend gesäubert worden.

Keine Eingriffsmöglichkeit bei illegaler Müllablagerung hat die Hansestadt allerdings auf Privatflächen. So beispielsweise auf den Flächen vor dem Grünen Markt in der Altperverstraße oder auf dem Penny-Markt-Parkplatz, berichtet die Stadtverwaltung auf Anfrage. Dort sei vorrangig der Eigentümer der Flächen zuständig. Ansonsten jedoch die untere Abfallbehörde des Altmarkkreises Salzwedel.