Salzwedel l "Manchmal stellen Erwachsene ganz schön doofe Fragen", gab Susann Meinecke (Freie Liste für Salzwedel) gegenüber den Kindern im Schülerfreizeitzentrum zu. Doch am Montag stellte sie ihnen gemeinsam mit Alexander Rekow vom Mehrgenerationenhaus und Heike Krieshammer vom Awo-Schülerfreizeitzentrum zwei Fragen, auf die die Jungen und Mädchen zahlreiche Antworten gaben: "Was gefällt Euch an Salzwedel?" und "Was wünscht Ihr Euch für Eure Stadt?".

Kinder sollen im Sozialausschuss reden

Die Fragen waren der Auftakt zur ersten Kinderkonferenz der Hansestadt. Nach dem Start im kleinen Rahmen solle es nach dem Ende der Sommerferien eine große Konferenz geben, kündigte Susann Meinecke an. Dann solle auch ein Kinder- und Jugendbeauftragter für die Stadt gewählt werden. Ein entsprechendes Konzept hat die Freie Liste erarbeitet. Und möglicherweise finden die jungen Salzwedeler künftig bei den Kommunalpolitikern mehr Gehör. Auf Nachfrage von Susann Meinecke erklärte Gabriele Gruner (Die Linke), Vorsitzende des städtischen Sozialausschusses, sie könne es sich durchaus vorstellen, dass die jüngsten Salzwedeler ein oder zweimal im Jahr ihre Wünsche und Anregungen in diesem Gremium vortragen. Derartige Ansätze habe es bereits gegeben, erinnerte Gabriele Gruner. Man müsse sich nur noch eine passende Organisationsform überlegen.

Für die erste Kinderkonferenz war es gelungen, Sachsen-Anhalts Sozialminister Norbert Bischoff (SPD) als Paten zu gewinnen. Minister, Gabriele Gruner sowie weitere Kommunalpolitiker und Gäste vernahmen dann auch mit etwas Belustigung, dass Salzwedel durchaus Möglichkeiten zum Spielen und "Blödsinn machen" bietet und Einrichtungen wie das Freizeitzentrum oder das Mehrgenerationenhaus bei den Kindern beliebt sind. Doch Spielplätze werden von den jüngsten Einwohnern Salzwedels durchaus kritisch gesehen, etwa wenn in den Anlagen gefährliche Glassplitter lauern oder die Geräte doch nicht so kindgerecht sind, wie es sich die Erwachsenen vorstellen.

Einige konkrete Wünsche wurden während der Veranstaltung ebenfalls geäußert, beispielsweise die Aufstellung der Fußballtore für den Hort Pedro und Janina oder eine Tischtennisplatte und Musikinstrumente für das Mehrgenerationenhaus. Robin Galle wünschte sich einen Kletterpark in der Hansestadt.

Doch die Jungen und Mädchen brachten auch grundsätzliche Dinge zur Sprache, beispielsweise den Wunsch nach mehr Respekt und Akzeptanz durch die Erwachsenen. Und damit sie als Jugendliche und junge Erwachsene auch ihrer Heimatstadt treu bleiben, müsse es mehr Ausbildungsstellen und Arbeitsplätze geben. Zudem sollte den Vereinen in Salzwedel mehr Förderung zuteilt werden. Es zeige sich ziemlich schnell, dass oft das Geld knapp sei, merkten Jugendliche an.

Norbert Bischoff, der den Jungen und Mädchen aufmerksam zugehört hatte, stimmte den kleinen Konferenzteilnehmern zu. Es sei sinnvoll, Spielplätze vorab durch ihre künftigen kleinen Nutzer testen zu lassen. Den Hinweis auf Ausbildungsplätze vor Ort beantwortete Bischoff mit dem Hinweis, dass es derzeit eigentlich genug Lehrstellen gebe. Doch oftmals passten Bewerber und Stelle nicht zueinander.