Der alte Vorstand ist zurückgetreten, ein neuer nicht gewählt: Die Vertreter von zehn Chören aus dem Chorverbandskreis Altmark fanden keine Kandidaten. Jetzt sollen alle Mitglieder auf Vorschlagssuche gehen. Ein neuer Wahlversuch ist am 11. Juni geplant.

Arendsee l "Ich kandidiere nicht wieder als Vorsitzender - das hat berufliche, aber auch gesundheitliche Gründe", erklärte Heiko Klähn während der Jahreshauptversammlung des Chorverbandskreises Altmark am Freitagabend im Hotel Deutsches Haus in Arendsee. Auch sein Stellvertreter Klaus Dieter Leppin stand nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung. "Und ich gönne ihm ab 2016 seinen Ruhestand, den er vorbereiten will", betonte Klähn.

Er hatte den bereits 2013 ausgeschiedenen Hans-Joachim Bodenhagen als Schatzmeister vertreten. "Das würde ich auch weiterhin übernehmen, aber keinesfalls Vorsitz oder Stellvertreter", machte er mehrfach deutlich.

Doch aus der Runde der Vertreter von zehn Mitglieds-chören fand sich niemand, der sich als Kandidat stellen wollte. Nach peinlichen Pausen kam Kritik von einigen Chorleitern, dass die Wahl schlecht vorbereitet sei. Wer seinen Posten abgebe, müsse für einen Nachfolger sorgen, zumindest Vorschläge machen, hieß es.

Doch das änderte nichts an der misslichen Lage: Die Vorstandswahl fiel ins Wasser. Heiko Klähn schlug vor, dass alle Mitglieder des Chorverbandskreises in den nächsten Wochen nach Vorschlägen für einen neuen Vorstand suchen sollen. Die sollen ihm bis 17. Mai unterbreitet werden. "Dann laden wir zum 11. Juni zu einer erneuten Wahlversammlung ein", kündigte er an.

Sollte sich allerdings auch dann niemand finden, bleibe nur die Auflösung des Verbands. "Vielleicht schließen wir uns dann auch dem Verband Heide-Drömling an, wie es bereits der Kuhfelder Männerchor getan hat", so Klähn.

2014 zählte der Verband noch 21 aktive Chöre und 526 Sänger. In diesem Jahr seien nur noch 18 Mitgliedschöre dabei, sagte Klähn in seinem Rechenschaftsbericht. "Und die Sängerzahl sinkt 2015 wohl unter die magische Marke von 500 Sängern", schätzte er ein.

In seinen Darlegungen hatte Klähn die Ereignisse von 2014 Revue passieren lassen. Besonders das Landeschorfest im Juni 2014 in Salzwedel sei ein gelungener Höhepunkt gewesen. Die Auftritte der zahlreichen Chöre in Marien-, Mönchs-und Katharinenkirche, auf den Bühnen der Stadt und die lange Nacht der Chöre seien den Applaus des Publikums wert gewesen. "Ein akustisches Klangerlebnis erster Güte war auch der 100-Mann-Chor", betonte er. Und das Juniorchorfest des Landes sei ebenfalls faszinierend gewesen. "Allerdings sind drei große Feste in der Stadt und dass noch mit der Fußballweltmeisterschaft am Abend etwas zu viel des Guten gewesen", meinte er.

In der Diskussion ging es um die Probleme mit der GEMA, die sogar die musikalische Nachwuchsarbeit in den Kindertagesstätten erschwerten. Darauf war auch Kreischorleiter Lothar Klein in seiner Einschätzung eingegangen, die er schriftlich vorlegte, da er aus beruflichen Gründen nicht an der Versammlung teilnehmen konnte.

Seine Kritik galt dem Auslaufen des Felix-Programms in der musikalischen Früherziehung, die durch die Aktion Caruso abgelöst werden soll. "Dafür sind für ausgebildete Lehrer 150 Euro nötig - kaum machbar", schätzte auch Klähn ein. Dadurch und durch weitere Einschnitte werde die Kulturlandschaft platt gemacht.