In fünf Monaten, exakt am 27. September, um 18 Uhr, wird feststehen, welche zehn Wettbewerbsbeiträge die besten des "reflect"-Wettbewerbs 2015 sind. Beiträge im Sinne von künstlerischen Arbeiten, die sich möglichst kreativ (sprich pfiffig) mit der Frage auseinandersetzen: Was behindert uns in der Gesellschaft?

Salzwedel/Stendal l Ab sofort kann altmarkweit die Suche nach den Antworten auf diese Frage beginnen, denn Studenten der Kindheitswissenschaften an der Stendaler Hochschule haben den Startschuss für "reflect 2015" gegeben.

Carolin Moser, Sarah Böttcher, Carolin Lucke und Johannes Muschal heißen die vier jungen Leute, von denen drei schon im vergangenen Jahr an "reflect" ihre Freude hatten, die den landesoffenen Kreativ-Wettbewerb toll finden, das Drum- herum und das Finale aber etwas aufpeppen möchten. Das beginnt mit dem noch druckfrischen Flyer und einem "reflect"-Einspieler, gestaltet vom Stendaler Grafik-Designer Michael Krüger, und wird mit einem etwas anderen Finale am Sonntag, 27. September, enden.

Jetzt aber ist erst einmal die Zeit für jeden, der glaubt, Behinderungen in unserer Gesellschaft entdeckt zu haben, und mit seinem Engagement hilft, sie aus dem Weg zu räumen, daraus einen Wettbewerbsbeitrag zu machen und ihn bei "reflect" einzureichen.

Bunte Mischung an Beiträgen gewünscht

Die Palette ist bunt oder besser: Sie soll es durch die Wettbewerbsbeiträge werden. Da kann es um Behinderungen, Vorbehalte und Vorurteile gehen, denen Menschen mit Handicaps tagtäglich begegnen. Das kann auch die Auseinandersetzung mit Intoleranz sein. Ob es nun um die Aufnahme von Flüchtlingen oder um Willkommenskultur geht, die von Politikern gern in den Mund genommen wird, die aber von ganz normalen Menschen mit ganz alltäglichen Gesten und manchmal noch so klein erscheinenden Projekten zu wertvollem, gelebtem Miteinander wird. Wie gehen wir miteinander um - im Jugendklub, in der Schulklasse oder im Dorf? Warum funktioniert es in dem einen Fall richtig gut, warum läuft es in dem anderen konsequent gegen den Baum? Auch in solchen Fragen kann "reflect"-Potenzial, können Schätze schlummern, die mit diesem Wettbewerb gehoben werden sollen.

Wer "reflect"-Ideen hat, kann sie zu Papier bringen und an Bernd Zürcher mailen (siehe Info-Kasten). Bei ihm, dem Regionalleiter des Paritätischen und "reflect"-Urgestein, laufen auch in diesem Jahr die "reflect"-Fäden in der ersten Wettbewerbsphase - der des Einreichens der Beiträge - zusammen. Bis zum 31. August ist dafür Zeit.

Dann tritt "reflect" in seine Vorentscheidung: Die Jury muss aus allen eingereichten Wettbewerbsbeiträgen - in den vergangenen acht Jahren waren das im Schnitt 30 aus ganz Sachsen-Anhalt - die besten herausfiltern. Und an dieser Stelle wird es die nächste von den jungen Leuten im Organisations-Team angeregte Änderung geben:

Per Applaus wird der Publikumspreis vergeben

Im Finale stehen nur noch zehn statt bisher 14Finalisten, die ihre Projekte am 27.September auf einer richtig großen Bühne, der des Theaters der Altmark, präsentieren werden. Die Jury wird nach einem Punktesystem - auch das wird neu sein - bewerten. Fünf Juroren wird es geben, die namentlich aber noch nicht benannt sind, von denen aber bereits feststeht, dass sie eine alters- wie berufsmäßig bunt gemischte Truppe sein werden, kündigte die Veranstalter an. Die Zeit bis zur Vergabe der "reflect"-Preise soll mit einem überraschenden Pausenprogramm gefüllt werden.

Nicht neu aber bewährt: der Publikumspreis. Der per "Applausometer" gemessene Beifall der Zuschauer und -hörer im großen Saal des Theaters der Altmark wird über seine Vergabe entscheiden. Darum schon heute an dieser Stelle die herzliche Einladung der "reflect"-Organisatoren an jeden, dessen Neugier auf "reflect 2015" geweckt ist, sich das Finale im September nicht entgehen zu lassen.