Wer am Sonnabend beim achten Spargelhoffest in Plätz mit einem Sonnenschirm auftauchte, hatte den richtigen Griff getan. Und auch wer mit dem Drahtesel kam, war gut beraten. So einen starken Andrang wie in diesem Jahr hatte das Fest laut Spargelbauer Klaus Heinl zuvor noch nie erfahren.

Plätz. Die Regenschauer im vergangenen Jahr werteten die Stammgäste als kurzen Aussetzer. Vielleicht trug sogar die Andacht von Pfarrer Jörg Drafehn dazu bei, dass am Himmel nicht eine Wolke zu sehen war. Schließlich wurde das Spargelhoffest erstmals mit den Worten eines Geistlichen eröffnet. Jörg Drafehn betonte, der Bauer wisse zwar vom Feldbestellen bis zur Ernte alles, " aber wir haben es nicht in der Hand, denn alle gute Gabe kommt von Gott ".

Nachdem sich die Spargelkönigin Eileen Stallbaum den neugierigen Besuchern vorgestellt hatte, beschwerte sich augenzwinkernd Heinz-Jürgen Twarz über das Schritt-Tempo, das er bis Plätz an den Tag legen musste. Der Vertreter des Landrates lobte im nächsten Atemzug aber schon die Fortschritte in der Technik des Spargelanbaus und den Namen, den sich Familie Heinl erworben hatte. Bürgermeister Dr. Siegfried Limmer dankte darüber hinaus der Familie dafür, dass sie solche Feste im Ort überhaupt möglich machte und richtete seinen besonderen Dank an die Chef-Organisatorin des Ganzen, Martina Heinl. Klaus Heinl schloss sich den Lobesworten an seine Frau sofort an.

" Spargel ist ein Edelgemüse, und das hat seinen Preis ", bemerkte Limmer außerdem, hatte die Spargelernte doch unter den niedrigen Temperaturen gelitten und das wiederum den Preis in die Höhe getrieben. Letztendlich sei das Spargelhoffest ein Zusammentreffen mit Freunden, das jeder genießen solle. Bestenfalls mit Spargel und Schnitzel. Reinhard Seelig informierte daraufhin begeistert, dass vor acht Jahren der Spargelverbrauch bei einem Kilo lag und heute von 1, 4 Kilo die Rede sei. Mit Zahlen meldete sich auch Dr. Eckehard Wallbaum vom Amt für Landwirtschaft, Forsten und Flurneuordnung zu Wort. 20 000 Hektar Spargel werden in Deutschland angebaut. 1000 Hektar davon befinden sich im Jerichower Land und in der Altmark, erfuhren die Gäste. Ein halbes Prozent macht der Spargel von Familie Heinl auf dem deutschen Markt aus. Die modernen Techniken der Spargelernte haben ebenfalls ihren Teil dazu beigetragen. Doch nicht allein um Spargel drehte sich alles am Sonnabend auf dem Hof in Plätz. Moderator Burkhard Lüdicke führte die Besucher durch ein Programm mit Tanz-, Musik- und anderen kulturellen Einlagen. Brigitte Ruhbaum gab zum Beispiel ein Gedicht auf Plattdeutsch zum besten und hatte zudem einen plattdeutschen Witz in petto. Die New Line Stomps aus Hindenburg legten eine Vielzahl neu einstudierter Tänze hin, und die Musikschule Fröhlich griff unter der Leitung von Beate Radünz aus Tangermünde in die Akkordeon-Tasten. Zwischendurch waren Burkhard Lüdicke und seine Frau Christiane um kein Gesangsduett verlegen. Am Nachmittag sorgte ein DJ Ötzi-Double für Stimmung auf dem Platz, der inzwischen einem Ameisenhaufen glich. Da lag der Spargelschälwettbewerb längst hinter den zehn Teilnehmern. Mittendrin Theo Tintenklecks. Die schnellsten Schäler waren allerdings Doreen Röhl, Gerd Gatz und Gisela Zwanzig, die dafür mit einer ordentlichen Portion Spargel entlohnt wurden.

Kaffee und Kuchen hatten die Backfrauen aus Hohenberg-Krusemark, Goldbeck, Stendal, Bertkow und Plätz unweit von der Bühne entfernt zu bieten. Und eine Stärkung konnten nicht nur die Fußballer beim Torwandschießen gut gebrauchen. Mit der Wand beteiligte sich zum ersten Mal der SV Eintracht Walsleben an dem Fest ihres Sponsors. Die Quadfahrer waren mittlerweile zum dritten Mal zu Gast. Auch der Kran, der Fahrgäste 25 Meter nach oben befördert und eine schöne Aussicht bietet, hat sich etabliert.

Eine fünfte Klasse aus dem Markgraf-Albrecht-Gymnasium wartete mit einem Flohmarkt auf Kaufwillige, um ihre Klassenkasse aufzubessern. Keramik und Kerzen steuerte die Lebenshilfe Osterburg zum Markt bei. Stadtschreiber Jan Kleemeier aus Osterburg bot Informationen zu den Hansetagen feil.