Nach 50 Meter Feuerwehrschlauch wurde den Hoch- und Drängwasserhelfern jetzt eine mobile Ampelanlage geklaut. Sie regelte den Verkehr an einer Not-Umleitung nach Tornitz/Werkleitz.

Tornitz. Die aktuelle Drängwassersituation führt zu außergewöhnlichen Maßnahmen: Ein sonst der Landwirtschaft vorbehaltener KAP-Weg vom Barbyer Holländer nach Tornitz/Werkleitz ist seit drei Wochen offizielle Verbindungsstraße nach Werkleitz. Die reguläre Zufahrt ist noch immer gesperrt. Am Ortsausgang von Tornitz ist in Höhe Metallbau Henschel die Straße überflutet.

Weil der KAP-Weg an einer Stelle von Deich und Bäumen eingeschnürt wird, regeln dort Ampeln den Verkehr. Eben diese wurden in der Nacht zum Dienstag geklaut. "Als ob wir nicht genügend andere Sorgen hätten", schimpft Einheitsgemeinde-Bürgermeister Jens Strube. Und er wundert sich zerknirscht, "wer Zuhause so was überhaupt braucht?"! Den Wert der Anlage bezifferte Albrecht Laube, Leiter einer Magdeburger Verkehrssicherungsfirma, mit 1600 Euro.

"Und solche gewissenlosen Leute schlagen noch Kapital daraus"

Schon Mitte Januar hatten Unbekannte 50 Meter Feuerwehrschlauch in Wespen entwendet, mit dessen Hilfe die Ortsmitte entwässert wird. "Wir versuchen mit allen Mitteln die Situation in den Griff zu bekommen und die Last der Bürger zu mindern", grollt Strube "und solche gewissenlosen Leute schlagen noch Kapital daraus."

Um den Deichfuß an diesem Engpass zu schützen, wurden auf einer Länge von rund 400 Metern Sandsäcke verlegt. "Die sollen nicht der Abdichtung dienen, sondern eine Sperre sein, damit Lkw nicht den Deichfuß zerfahren", sagte Vize-Bürgermeisterin Karin Knopf. Denn der ist von schweren Reifen schon ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden.

Um den Umleitungsverkehr nach Tornitz zu gewährleisten, wurde auf einem Teilstück des zerfahrenen Feldweges tonnenweise Kalkschotter aufgebracht, planiert und verdichtet.

Nach Aussage von Fachleuten wird das Drängwasser uns noch Monate beschäftigen.