Das Angebot für Touristen im ostelbischen Raum wird sich ab sofort weiter verbessern. Gestern wurden im Seengebiet zwischen Plötzky und Pretzien Stellplätze für Caravane eröffnet und der Strandbereich am Edersee freigegeben.

Plötzky/Pretzien l Dass die Verantwortlichen für die Umgestaltung eine glückliche Hand hatten, bewiesen die Pfingstfeiertage. An jenem Wochenende nämlich fragte schon der erste Caravanfahrer nach, um im Naherholungsgebiet zu übernachten. Zu diesem Zeitpunkt waren die Stellplätze zwar schon angelegt, aber noch nicht eröffnet.

Mit dieser Episode begrüßte gestern Mittag Hans Weber von der Elb-Aue Naherholungsförderungsgesellschaft mbH (Elb-Aue) die Gäste. Sie brachen mit ihm zu einem Waldrundgang auf - nicht ohne Grund, denn die Elb-Aue konnte gleich zwei Leader-Projekte offiziell übergeben: den umgestalteten Strandbereich am Edersee und die insgesamt 18 Caravanstellplätze auf dem Campingplatz Kolumbussee.

Ausführlich und mit viel Aufwand (an jeder Station wurde kleine Transparente aufgestellt) erläuterte Hans Weber die einzelnen Projekte. So wurden mit Förder- und Eigenmitteln am Edersee mehr als 92000 Euro investiert. Dieser war in den vergangenen Jahren wegen des starken Schilfbewuchses und der Versandungen nicht unbedingt ein attraktiver Bereich für die Besucher aus nah und fern. Zudem prägte eine alte Betonmauer aus DDR-Zeiten das Bild.

"Diese ist jetzt abgetragen", machte Hans Weber aufmerksam. Außerdem wurde ein Erdwall zum Sandstrand umfunktioniert. "Ein Holzsteg fügt sich nun harmonisch in das naturnahe Ensemble ein", so der Elb-Aue-Geschäftsführer. Weitere Attraktionen sind die Wasserspirale, Sitzflächen auf der Stützmauer, die Verkleidung der mobilen Toilettenanlagen mit Holz sowie Blickschutz beim Umziehen. "Handlungsbedarf sehen wir noch bei der Wasserspirale, die Situation ist noch nicht so, wie wir uns das wünschen", machte Weber beim Rundgang deutlich.

Insgesamt fast 140000 Euro wurden für die modernen Caravanstellplätze an zwei Standorten investiert: einmal direkt am See, ein anderer mitten im Wald. "Die Entwicklung in der Campingwirtschaft lässt in den letzten Jahren einen Rückgang im Bereich Dauercamping und eine starke Zunahme im Camping- und Caravantourismus erkennen", begründet Weber die Initiative.

Dass - wie schon gesagt - über Pfingsten der erste Caravaner dort übernachtete, ohne dass bisher eine Zeile Werbung gemacht wurde, stimmt die Verantwortlichen positiv. So wurden in den vergangenen Jahren einschließlich Planung zwölf Stellplätze insbesondere für "Durchfahrer" angeboten. Für einen längeren Aufenthalt als nur zwei bis drei Tage werden zukünftig Stellplätze in unmittelbarer Nähe des Kolumbussees eingerichtet.

"Mit der Schaffung dieser Plätze wollen wir über die Wirtschaftlichkeit die Platzbetreibung wesentlich erhöhen und zudem positive Sekundäreffekte für Gastronomie und Handel in der Umgebung schaffen", erklärte Hans Weber. Das wird Pretziens Ortsbürgermeister Friedrich Harwig gestern mit Freude gehört haben, denn gerade Pretzien hat in Sachen Tagestourismus einiges in die Waagschale zu werfen.

Freude herrschte gestern auch bei Dietrich Heyer, dem Vorsitzenden der Lokalen Aktionsgruppe Leaderregion Elbe-Saale. Er fasste zusammen, dass in den vergangenen fünf Jahren insgesamt 70 Projekte umgesetzt oder begonnen wurden. Insgesamt wurden bei einem Gesamtvolumen von fast 7 Millionen Euro rund 3,4 Millionen Euro Fördermittel in die Region geholt. "Wir würden gern in diesem Tempo so weitermachen - ohne lange Durststrecke", wünschte sich Dietrich Heyer.