Wird Schönebeck jemals sicher sein vor möglichen Hochwassersituationen? Zumindest wird die Elbestadt entlang des Uferbereiches zwischen Frohse und Barbyer Straße aufgestockt. Bis zum Sommer 2016 soll Schönebeck dann "dicht" sein.

Schönebeck l Das Hochwasser 2013 hat einen positiven Effekt. "Es hat ein Umdenken beim Land stattgefunden", sagt Martin Hennig. Denn seiner Meinung nach sei das Stadtgebiet von Schönebeck bis dato kein Thema beim Hochwasserschutz gewesen. Das soll sich nun ändern. Über die vorgesehenen Maßnahmen, die in der Verantwortung des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft liegen, informierten deshalb am Mittwochabend Flussbereichsleiter Christian Jung sowie die Ingenieure der beauftragten Planungsbüros. Dazu eingeladen hatten der Elbufer Förderverein und die Eigentümer-Schutzgemeinschaft "Haus Grund".

"Spätestens im Sommer 2016 wird Schönebeck dicht sein", informiert Christian Jung während der Veranstaltung im Stadtwerkehaus, der rund 100 Gäste beiwohnen. Gemeint ist damit der Bereich von der Barbyer Straße bis nach Frohse - mehr als fünf Kilometer. "Das Hochwasserschutzziel sind 8.36 Meter", sagt Jung. Diese Höhenangabe basiert auf statistischen Daten und dem Hochwasser 2013, erklärt der Flussbereichsleiter.

"Das bedeutet, dass alle Deiche an diese Höhe angepasst werden", sagt er weiter. Doch das seien keine Maßnahmen, die "ruckizucki" in die Realität umgesetzt werden können. Wie aufwendig schon allein die planerische Vorleistung ist, machen am Mittwochabend Lutz Vogel und Johannes Bach deutlich. Sie sind zwei Ingenieure der insgesamt drei Planungsbüros. Sie teilen sich das Gebiet zwischen Barbyer Straße und Frohse auf.

Vorgesehen sei die Kombination von stationären und mobilen Schutzmaßnahmen. Hintergrund ist, so Lutz Vogel, "dass die klassischen Deichkonstruktionen im Stadtgebiet nicht möglich sind". So werde beispielsweise zwischen Weltrad auf dem Cokturhof und der Barbyer Straße kein extra Deich gebaut. "Da befindet sich eine Mauer, die wir nutzen", erklärt Christian Jung.

Und auch Johannes Bach betont: "Wir wollen niemand eine Wand vor die Nase bauen." Einfacher wird das Unterfangen dadurch aber nicht. Der Ingenieur macht in seinen Ausführungen auf Probleme im Untergrund aufmerksam. So würden geologisch schwierige Verhältnisse vorliegen. Das ist insofern kompliziert, als dass für die mobilen Schutzwände gewisse Fundamente eingebaut werden müssen und die stationären Wälle ebenso standhaft sein müssen.

Im Bereich des Elbtores bedeutet das beispielsweise, dass vorhandene Wälle nicht ertüchtigt werden können. "Bei der Bauwerkserkundung haben wir durchweg das nackte Grauen gefunden", sagt Johannes Bach. Deshalb sollen hier neue Wände vor die alten gebaut werden.

Zusammenfassend sagt Chistian Jung, "so viele Extrem-Hochwasser wie seit 2002 hat es noch nicht gegeben, diese Serie wird nicht abbrechen". Deshalb schlussfolgert er mit Blick auf die präsentierten Karten: "Hier wird etwas errichtet, das muss für die nächsten 100 Jahre reichen."