Seit 25 Jahren engagieren sich Sozialdemokraten in Schönebeck, Calbe und Barby. Für ihren politischen Einsatz und vor allem ihren Mut in der Anfangszeit sind sie in einer Feierstunde ausgezeichnet worden.

Schönebeck/Barby l Einen kleinen Rückblick geben? Das ist, wenn es um die Anfangszeit der SPD und die Wendezeit geht, nicht möglich. Das sagt Willi Polte, seines Zeichens Mitbegründer der SPD in Magdeburg und Umgebung sowie einstiger Oberbürgermeister von Magdeburg. Er ist sozusagen der Stargast bei der Feierstunde der Sozialdemokraten aus Schönebeck, Barby und Calbe. Anlass: Das 25-jährige Bestehen der SPD-Partei im Osten.

Gerade über die "bewegende und aufregende" Anfangszeit der SPD könne "man ewig reden", sagt Willi Polte. Trotzdem hält sich der 77-Jährige kurz. Interessant ist der Einblick in eine Zeit, als in der DDR vieles unmöglich schien. Und trotzdem gab es damals Mutige, die sich zusammenschlossen, um eine neue Partei zu gründen. Damals noch unter dem Kürzel SDP - um sich von der SPD der Bundesrepublik zu unterscheiden. "Damals waren wir grün angehaucht", sagt Willi Polte spitzzüngig, dass die drei Parteibuchstaben grün waren, erst später wurden sie rot.

Die Mutigen von damals wollten der entmündigenden Gesellschaft ein Ende setzen. "Wir wollten in der DDR einen neuen Versuch starten, die Welt zu verändern", blickt Willi Polte zurück. Gleichzeitig sieht er in Gesichter, die er inzwischen schon seit 25 Jahren kennt. Denn den Rahmen für seine Ausführungen bieten die SPD-Ortsverbände in Schönebeck und Elbe-Saale, die zu einer kleinen Feierstunde in das Büro der Landtagsabgeordneten und Schönebecker Stadträtin Petra Grimm-Benne eingeladen haben.

Bei dieser Veranstaltung werden neun Kämpfer der ersten Stunde geehrt - mit Urkunde und Anstecker. Mit Stolz lässt jeder Einzelne die Ehrennadel befestigen.

Bei der Gelegenheit lässt Willi Polte einen Fakt nicht unerwähnt: "Euer Haufen der Engagierten hier und auch bei den anderen Parteien ist zu klein." Das sei eine Gefahr, weil so andere Kräfte an die Macht kommen könnten. "1990 waren wir 6500 SPD-Leute im Land, heute sind es nur noch 4000", unterstreicht Willi Polte seine Aussage. "Das ist keine gute Entwicklung."

Wiederum Lob im gleichen Atemzug erhält der Zusammenschluss der Calbenser und Barbyer Sozialdemokraten 2011. Daraus entstand der Ortsverband Elbe-Saale. Ihm gehören heute 17 Mitglieder an. Vorsitzendes des Ortsverbandes ist Ilona Döring.

Die Schönebecker Sozialdemokraten zählen 57 Mitglieder. Ihre Vorsitzende ist Petra Grimm-Benne.